Aktuell Côte d'Ivoire 04. März 2011

Zehntausende Menschen in der Côte d'Ivoire in Gefahr

Flüchtlinge aus Côte d'Ivoire

Flüchtlinge aus Côte d'Ivoire

1. März 2011 - Zehntausende Menschen in der Côte d’Ivoire müssen vor den zunehmenden kriegerischen Auseinandersetzungen fliehen. Gewaltsame Zusammenstöße zwischen den Sicherheitskräften des bisherigen Präsidenten Laurent Gbagbo und Anhängern des Gegenkandidaten Alassane Quattara in Abidjan dauern seit Tagen an und haben zu mehreren Todesopfern geführt.

Die humanitäre Situation spitzt sich weiter zu. Tausende Vertriebene brauchen Hilfe. Da viele von ihnen kein Obdach finden, sind sie gezwungen, im Freien zu schlafen. Die Wasser- und Stromversorgung ist zusammengebrochen.

Die Gewalt brach nach den Präsidentschaftswahlen im November 2010 aus. Alassane Quattara wurde von der internationalen Gemeinschaft als Wahlsieger anerkannt. Der bisherige Präsident Gbagbo weigert sich jedoch bislang, die Amtsgeschäfte zu übergeben. Mehrere Menschen wurden von Anhängern Gbagbo – den Jungen Patrioten – getötet. Am vergangenen Sonntag verbrannten sie einen Mann bei lebendigem Leibe, weil sie ihn verdächtigten, ein Anhänger Quattaras zu sein.

Eine Frau sagte Amnesty International: "Wir fliehen, weil wir jede Nacht Schüsse hören und es seit zwei Tagen keinen Strom oder Wasser gibt – die Geschäfte sind geschlossen, wir haben nichts zu essen".

Der von Gbagbo ernannte Jugendminister und Anführer der Jungen Patrioten, Charles Blé Goudé, rief die Menschen auf, die UN-Blauhelmsoldaten am Fortkommen zu hindern. Die UN-Soldaten wurden mehrfach angegriffen. am Sonntag wurden drei der UN-Soldaten während einer Patrouille in Abobo angeschossen. Am 28.02. wurden zwei UN-Mitarbeiter entführt und für mehrere Stunden festgehalten.

Die Kämpfe dehnen sich immer weiter aus. Im Westen des Landes verursachten Auseinandersetzungen zwischen den Neuen Kräften, die den Norden und einen Teil des Westens des Landes kontrollieren, die Flucht tausender Menschen nach Liberia.

Amnesty International fordert die Behörden in Côte d’Ivoire auf, die Zivilbevölkerung vor Übergriffen durch die kämpfenden Gruppen zu schützen.

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