Aktuell Myanmar 31. Oktober 2011

This Prison where I live

Auch der Komiker und Filmemacher Zarganar befindet sich in Freiheit

Auch der Komiker und Filmemacher Zarganar befindet sich in Freiheit

Der Film "This prison where I live" ist ein beeindruckender Film über Mut, Menschlichkeit, die Kraft des Humors und die Verbindung zweier Menschen, die sich noch nie gesehen haben, und sich dennoch nahe gekommen sind.

Von Sarah Braig

31. Oktober 2011 - Die Geschichte des Films beginnt 2007, als Zarganar, einer der bekanntesten Komiker Myanmars (Burma), einwilligt, dem britischen Dokumentarfilmer Rex Bloomstein - trotz strengstem Verbots seitens des Regimes und obwohl er 5 Jahre in Einzelhaft verbrachte - ein Interview zu geben. Zarganar spricht zwei Tage lang mit Bloomstein. In seiner Wohnung, auf den Strassen Ranguns und in einem Theater, in dem Kollegen ein Stück einproben, an dem er selbst nicht teilnehmen darf. Dabei entstehen Aufnahmen, die so noch nie zuvor gefilmt oder gesendet wurden.

Doch noch während Bloomstein im Anschluss an die Reise versucht, Produzenten für eine umfassende Dokumentation über Zarganar zu begeistern, wird dieser wegen seines politischen Engagements während der "Safran-Revolution" und aufgrund seines öffentlichen Eintretens zugunsten der Opfer des verheerenden Zyklons Nargis erneut verhaftet und im November 2008 auf Grundlage von irrwitzigen Anschuldigungen zu 59 Jahren Haft verurteilt.

Michael Mittermeier, ein bekanntes Gesicht im deutschen Stand-up Comedy, ist auch bekannt dafür an Tabus zu rütteln. Nachdem er von Zarganar hörte, tat er sich spontan mit Rex Bloomstein zusammen, um gemeinsam einen Film über den burmesischen Komiker zu produzieren. Zusammen reisten sie mit einem kleinen Team nach Myanmar, um "undercover" und nicht ohne Risiko Zarganars Spuren zu folgen, und mit Freunden und seiner Familie zu sprechen.

Zarganar ist ein Mensch, der ohne Gewalt Widerstand leistet, dessen Waffen Filme, Bücher, Poesie und Komik sind. Michael Mittermeier zeichnet seinen Weg nach, besucht Zarganars Appartment, die Stadt, die Bühne auf der seine Stücke aufgeführt wurden. Beim Versuch, mit den Weggenossen Zarganars zu sprechen, stossen sie auf ein Klima der Angst und der Furcht vor Unterdrückung. Sie beschliessen nun, so nah wie möglich an das Gefängnis im Norden des Landes heran zu kommen, in dem Zarganar eingesperrt ist.

Der internationale Druck auf das Regime wurde in den vergangenen Monaten so groß, dass Zarganar am 12.10.2011 im Zuge einer Amnestie freigelassen wurde. Die Dokumentation hat mit dazu beigetragen, indem sie half, Aufmerksamkeit für Zarganar und die vielen politischen Gefangenen in Mynamar zu schaffen.

Die DVD zum Film ist ab dem 04.11.2011 im Handel erhältlich.

Außerdem strahlt das ZDF in der Nacht des 02. auf den 03.11. 2011 um 0:45 Uhr eine 70-minütige Fernsehfassung zu der Dokumentation aus. Weitere Informationen finden Sie auf www.freezarganar.de und auf www.zdf.de

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