Myanmar: Aung San Suu Kyi ist frei!
Amnesty International setzt sich gemeinsam mit Unterstützern aus aller Welt seit Jahren für Aung San Suu Kyi ein
© Amnesty International / Sabine Borns
13. November 2010 - Amnesty International begrüßt die Freilassung von Aung San Suu Kyi, fordert aber gleichzeitig die Regierung von Myanmar auf, alle gewaltlosen politischen Gefangenen sofort und bedingungslos freizulassen.
"Die Freilassung ist kein Entgegenkommen der Behörden oder der Regierung. Aung San Suu Kyi hat ihre Strafe abgesessen, nicht mehr und nicht weniger", sagte Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland. "Der Hausarrest war das Ergebnis eines unfairen Prozesses. Die Behörden hätten weder sie noch andere politische Gefangene je verhaften und aus dem politischen Prozess ausschließen dürfen". Nach Informationen von Amnesty International sind in Myanmar mehr 2.200 Menschen wegen ihrer politischen Überzeugung in Haft.
Amnesty International appellierte an die internationale Gemeinschaft - einschließlich China, Indien, der ASEAN-Staaten und der UNO – sich für die Freilassung aller friedlichen Oppositionellen einzusetzen. "Die Freude über die Freilassung von Aung San Suu Kyi darf nicht dazu führen, dass alle anderen gewaltlosen politischen Gefangenen in Vergessenheit geraten", sagte Amnesty-Generalsekretärin Lüke.
Die Regierung von Myanmar hat eine Reihe Gesetze erlassen, die es ihr einfach machen, Oppositionspolitiker, Anwälte, Journalisten und auch Mönche wegen ihrer Kritik an der Regierung ohne weiteres zu inhaftieren.
In den Gefängnissen herrschen katastrophale Bedingungen: Folter während Verhören und als Strafmaßnahme gehören zum Alltag. Den Gefangenen fehlt es an Nahrung und medizinischer Versorgung. In den vergangenen drei Jahren wurden Hunderte in abgelegene Gefängnisse verlegt, so dass sie kaum Kontakt zu ihren Anwälten oder ihren Familien haben. Selbst das Internationale Rote Kreuz hat keinen Zugang zu den Gefängnissen.
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