Desolate Situation der Gefangenen in Myanmar
Aung San Suu Kyi ist nur eine von insgesamt mehr als 2.100 politischen Gefangenen in Myanmar. Die meisten sitzen unter menschenunwürdigen Bedingungen in Haft. Ihre Zahl hat sich in den letzten beiden Jahren fast verdoppelt. Etwa 700 Personen wurden allein wegen ihrer Teilnahme an friedlichen Demonstrationen im Herbst 2007 verurteilt. Andere erhielten im letzten Jahr hohe Haftstrafen, weil sie Überlebenden des Zyklon Nargis Hilfe brachten, über das Maß der Zerstörung berichteten oder einfach nur, weil sie Opfer bestatteten. Viele sitzen nach unfairen Schnellverfahren jahrzehntelange Haftstrafen ab.
Sehr viele politische Gefangene sind gesundheitlich angeschlagen oder aufgrund der desolaten Haftbedingungen ernsthaft erkrankt. Die Behörden verweigern ihnen oft Medikamente und angemessene medizinischer Behandlung. Außerdem werden politische Gefangene häufig misshandelt, gefoltert und in Einzelhaft gehalten. Seit Ende 2005 hat das Internationale Komitee des Roten Kreuzes keinen Zutritt mehr zu den Gefängnissen in Myanmar.