Aktuell Pakistan 13. Mai 2009

Pakistan: Die Lage der Vertriebenen spitzt sich zu

65.000 Menschen auf der Flucht

Mindestens 65.000 Menschen sind im Bezirk Lower Dir in der Nordwestprovinz Pakistans auf der Flucht. Sie benötigen dringend Unterstützung. Wie das Bezirkskrankenhaus in der Stadt Timergara meldet, sind bei den letzten Kämpfen zwischen Taliban-Milizen und Regierungstruppen 13 Menschen ums Leben gekommen. Augenzeugen berichten von schweren Gefechten und massiven Zerstörungen von Häusern und Straßen in Timergara.

Flüchtlinge im Kreuzfeuer der Gefechte

Das Problem weitet sich auch auf benachbarte Provinzen aus: Auch aus der Provinz Buner flüchten Tausende Menschen vor einer laufenden Militäroffensive in angrenzende Regionen. Die Flüchtlinge geraten dabei immer wieder ins Kreuzfeuer der Gefechte. Die Sicherheitstruppen warnen die Menschen, sich nicht in kleinen Gruppen zu bewegen, da sie sonst mit Taliban verwechselt werden könnten. Erschwert wird die Flucht der Vertriebenen außerdem durch Ausgangssperren in den größeren Städten der Region.

Die pakistanische Regierung muss schnell Hilfe leisten!

Die pakistanische Regierung ist mit dem Problem augenscheinlich überfordert: "Nichts deutet darauf hin, dass die pakistanische Regierung auf das Flüchtlingsproblem vorbereitet ist," sagt Sam Zarifi, Direktor für die Region Asien-Pazifik bei Amnesty International, "Wenn die Militäroperationen auf weitere Gebiete ausgedehnt werden, muss die Regierung dafür sorgen, dass den fliehenden Zivilisten Nahrungsmittel, Unterkünfte und medizinische Versorgung zukommen."

Frau mit Enkel auf der Flucht von Maidan im Nordwesten Pakistans, 27. April 2009

Frau mit Enkel auf der Flucht von Maidan im Nordwesten Pakistans, 27. April 2009

Seit Beginn der Kämpfe sind insgesamt mehr als eine halbe Million Menschen vertrieben worden. Amnesty International fordert die pakistanische Regierung auf, sich dem Problem der Vertriebenen schnell anzunehmen und den Menschen die dringend benötigte Hilfe zukommen zu lassen.

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