Amnesty Report Italien 14. Mai 2010

Unfreiwilliges Weiterziehen trotz drei kleiner Kinder

María Dumitru und Marius Alexandru, Roma in Italien

María Dumitru und Marius Alexandru, beide 28 Jahre alt, sind Roma aus Rumänien. Sie haben drei Kinder: Ionut, 7 Jahre, Andrea Ionica, 4 Jahre, und Florin, 2 Jahre. Seit sie 2004 nach Italien kamen, wurden sie fünfmal aus Lagern zwangsgeräumt, ohne je eine andere Unterkunft angeboten bekommen zu haben. Die erste rechtswidrige Zwangsräumung eines Lagers erlebten sie in Ponticelli in Neapel, wo die Polizei María drohte, ihr die Kinder wegzunehmen und ins Waisenheim zu stecken, falls die Familie es wagen würde, zurückzukehren. Ähnliche Erfahrungen machten María Dumitru und Marius Alexandru in Caivano, Neapel, und in Rom. Dort erlebten sie, wie die Polizei im Lager an der Cristoforo Colombo-Straße alles zerstörte und die Bewohner vertrieb. Anfang 2008 suchten sie Unterschlupf in einem anderen nicht genehmigten Lager der Hauptsstadt an der Centocelle-Straße und wurden erneut rechtswidrig zwangsgeräumt. Sie kehrten aber wieder zurück – weil sie nicht wussten, wohin. Dieses Lager wurde am 11. November 2009 endgültig geschlossen. Seitdem lebt die Familie in der Nähe in einer Baracke.

Als sie aus Rumänien kamen, hofften María Dumitru und Marius Alexandru in Italien regelmäßig Geld verdienen zu können – bisher jedoch vergeblich. Der Marius Alexandru versucht alles, um wenigstens etwas Geld für Essen zu beschaffen: er sammelt Eisen und Kupfer aus dem Müll und verkauft, was er findet. Für den Kauf von Kleidung reicht es nie, auch sie stammt aus dem Müll. Es ist ein ständiger Kampf ums Überleben. Dennoch schicken sie den siebenjährigen Sohn in die Schule und versuchen, wenigstens 5€ für seine Schulsachen aufzubringen. Er hat dort Freunde gefunden und fühlt sich wohl. Die vierjährige Tochter steht auf der Warteliste für einen Kindergartenplatz.

María Dumitru und ihre Kinder im Lager Via Centocelle, Rom im Januar 2010.

María Dumitru und ihre Kinder im Lager Via Centocelle, Rom im Januar 2010.

Schon wegen der Kinder wollen María Dumitru und Marius Alexandru nicht aus diesem Teil Roms fortgeschickt werden. Sie fürchten, dass diese Schule und dieser Kindergarten, wo es den Kleinen gut geht, dann viel zu weit weg sein würden. Deshalb sind sie gegen den "Nomaden-Plan" – von dem sie erst in dem Gespräch mit Vertretern von Amnesty International erfuhren. María erklärte dazu: "Wir beide waren sehr jung, als wir Kinder bekamen, so sollen es meine eigenen Kinder nicht machen. Sie sollen zur Schule gehen und eine Ausbildung machen, um eine Arbeitsstelle zu finden. Ich wünsche mir für sie ein besseres Leben als wir es haben."

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