Amnesty Report Italien 14. Mai 2010

Ohne Hoffnung auf eine Sozialwohnung

Saltana Ahmetovich (Nino), Roma in Italien

Saltana Ahmetovich (Nino) ist 30 Jahre alt und Rom. Er wurde in Italien geboren und besitzt die italienische Staatsbürgerschaft. Seine Eltern stammen aus Montenegro. 1969 kamen sie nach Italien und lebten in verschiedenen Lagern in Mailand, Neapel und schließlich in Rom, wo sich der größte Teil seiner Familie 1979 niederließ. Seit 1996 wohnt Nino in La Monachina, einem "geduldeten" Lager im Westen der italienischen Hauptstadt. Dorthin zog er mit einigen Familienmitgliedern, nachdem das Lager, in dem er vorher gewesen war, mit Molotowcocktails angegriffen worden war, um die Roma zu vertreiben. Als sie in La Monachina ankamen, hatten sie nichts. Nino errichtete zusammen mit seinem Schwager und einem Freund ein Haus für seine Mutter, seine Schwester und seine Nichte. Alle drei Jahre muss er das Haus abreißen und wieder aufbauen, weil das Material dann morsch und verfault ist. Nino selbst lebt heute in einem Wohnwagen.

Er kämpft darum, eine feste Arbeitsstelle zu bekommen, aber bisher hat er nur wechselnde, mehr oder minder kurze Jobs finden können. Er begann als Putzhilfe in einer Kirche, betreute dann bis zu ihrem Tod eine ältere Person. Er verkaufte Pflanzen und Eisen und von September 2008 bis November 2009 hielt er einen nahen Park sauber. Diese Arbeit bekam er im Rahmen eines staatlich geförderten Beschäftigungsprogramms, das inzwischen beendet ist. Jetzt verkauft er wieder Eisen, aber das Geld reicht kaum zum Leben.

Container von Nino's Familie im Lager La Monachina, Rom

Container von Nino's Familie im Lager La Monachina, Rom

Nino würde gern eine Wohnung mieten, weiß aber nicht, wovon er sie bezahlen soll. Seine Mutter hat einen Antrag auf eine Sozialwohnung gestellt, war aber bisher nicht in der Lage, die Bedingungen dafür zu erfüllen. Er selbst will einen solchen Antrag gar nicht erst stellen. Denn er lebt in der Roma-Siedlung La Monachina, wo ihm die Behörde nicht einmal einen Anschluss an das Stromnetz genehmigt hat. Nino glaubt, Bemühungen um eine Sozialwohnung wären aussichtslos, sobald er sagt, dass er in La Monachina lebt.

Als er davon hörte, dass dieses "geduldete" Lager im Nomaden-Plan nicht für die Sanierung vorgesehen ist, erklärte er den Vertretern von Amnesty International: "Was heißt das, dieses Lager wird nicht saniert. Wir sind Italiener. Ich wähle. Ich will überhaupt nicht im Lager bleiben. Ich möchte in einem Gebäude wohnen. Ich möchte ein Bad, eine Heizung haben… Ich verlange doch nicht den Mond."

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