Mit dem Hijab aufs Motorrad
© Shehzil Malik
Die pakistanische Illustratorin und Designerin Shehzil Malik fordert die patriarchalische Gesellschaft ihres Landes mit feministischen Grafiken heraus.
Von Elisabeth Wellershaus
Als sie vor vier Jahren aus den USA nach Pakistan zurückkehrte, fühlte Shehzil Malik (30) sich wie eine Außenseiterin. Zwei Jahre lang hatte sie Grafikdesign am renommierten RIT in Rochester studiert und hatte Freiheiten, die für viele junge Frauen in westlichen Ländern selbstverständlich sind. Zurück in Lahore wurde bereits der Gang durch den Park zum Problem für Malik.
In der patriarchalischen Gesellschaft ihrer Heimat gehören sexuelle Belästigungen ebenso zum Alltag wie repressive Verhaltensregeln und Dresscodes für Frauen. Unter den wachsamen Augen von Familie und Gesellschaft bewegt die junge Künstlerin sich nur noch äußerst eingeschränkt durchs Leben. Mit feministischen Comics wollte sie die Unterdrückung zunächst ganz persönlich verarbeiten. Doch Maliks Bilder von Motorradfahrerinnen im Hijab oder Punjabi-Frauen im All treffen weltweit einen Nerv. Ihr Hashtag #womeninpublicspaces wurde ein virtueller Hit, ihre Modelinie mit feministischen Grafiken Verkaufsschlager. Denn bereits lange vor der #MeToo-Bewegung suggerieren sie eines: dass Gewalt gegenüber Frauen sich nur im öffentlichen Austausch überwinden lässt. Für das Amnesty Journal kommentiert sie einige ihrer Werke.
© Shehzil Malik
© Shehzil Malik
© Shehzil Malik