Aktuell Mosambik 14. Juni 2018

Brutale Angriffe durch bewaffnete Gruppen

Minimalistische Zeichnung einer Explosion

In der mosambikanischen Provinz Cabo Delgado wurden in den vergangenen Wochen mindestens 37 Menschen getötet. Amnesty fordert rasche Maßnahmen, um Bewohnerinnen und Bewohner zu schützen.

Die mosambikanischen Behörden müssen sofortige Maßnahmen ergreifen, um einen bewaffneten Angriff in der Provinz Cabo Delgado zu stoppen, bei dem in den vergangenen Wochen mindestens 37 Menschen von einer Gruppe namens "Al-Shabab" brutal getötet wurden, erklärt Amnesty International. Immer mehr Menschen fliehen aus Angst vor der Gruppe, die keine Verbindung zur bewaffneten somalischen Gruppe mit dem gleichen Namen hat.

Der letzte Angriff fand in der vergangenen Nacht im Dorf Namaculo im Distrikt Quissanga statt. Zeugen berichteten Amnesty International, dass ungefähr zehn Menschen zu Tode gehackt wurden und eine nicht näher bezeichnete Anzahl von Häusern verbrannt wurde, als Angreifer das Dorf in der Morgendämmerung überfielen. Das Dorf ist jetzt verlassen, da die Bewohnerinnen und Bewohner aus ihren Häusern geflohen sind, um sich in Sicherheit zu bringen. Ein Dorf, das am 5. Juni angegriffen wurde, Naunde im Süden des Bezirks Macomia, soll ebenfalls verlassen sein.

"Mindestens zehn Menschen wurden bei dem jüngsten entsetzlichen Angriff in Cabo Delgado zu Tode gehackt, bei dem Zivilistinnen und Zivilisten dieser brutalen militanten Gruppe ausgeliefert und viele zur Flucht gezwungen wurden", sagte Deprose Muchena, Amnesty-Regionaldirektor für das südliche Afrika.

Die grausame Art, in der diese Morde durchgeführt werden, zeigt die Absicht dieser Gruppe, Angst unter der Zivilbevölkerung zu säen. Die mosambikanischen Behörden müssen sofortige und wirksame Maßnahmen zur Beendigung der Morde ergreifen, unter anderem durch die Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner in der Region und durch die Durchführung von Ermittlungen zu allen jüngsten Angriffen mit dem Ziel, mutmaßliche Täter zur Verantwortung zu ziehen.

Deprose
Muchena
Amnesty-Regionaldirektor für das südliche Afrika

Letzte Woche töteten die mosambikanischen Streitkräfte neun vermeintliche Mitglieder von "Al-Shabab" bei einem Gegenangriff im Bezirk Palma, wo die Gruppe vor kurzem zehn Menschen enthauptet hatte, darunter zwei Kinder. Amnesty International fordert die mosambikanischen Behörden auf sicherzustellen, dass mutmaßliche Täter in fairen Verfahren vor Gericht gestellt werden.

Hintergrund

Morde an Zivilistinnen und Zivilisten durch bewaffnete Gruppen sind in Cabo Delgado nicht neu. Im Oktober letzten Jahres terrorisierten Al-Shabab-Mitglieder den Distrikt Mocimboa da Praia mit koordinierten und simultanen Angriffen auf Regierungsinstitutionen einschließlich des Polizeipräsidiums. Zwei Polizisten und drei Mitglieder der Gruppe wurden getötet.

Anfang August 2017 griffen sechs Mitglieder der gleichen Gruppe das Polizeipräsidium im Bezirk Mugovelas in der Provinz Nampula an. Dabei wurde ein Polizeibeamter getötet und ein weiterer schwer verletzt. Die politische Ideologie der Gruppe ist unbekannt, sie hat keine politischen Forderungen gestellt.

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