Aktuell 04. Oktober 2018

Europa: Rettungsschiff im Mittelmeer retten

NGOs schreiben Offenen Brief an europäische Regierungen
Auf einem Schiff mit rotem Rumpf stehen mehrere Menschen auf dem Deck

Ihre Mission ist, Menschenleben zu retten: die Aquarius von SOS Mediterranee

In einem offenen Brief haben sich am 3. Oktober 2018 fünf Nichtregierungsorganisationen (NGOs) mit der Bitte an die europäischen Regierungen gewandt, dem Rettungsschiff Aquarius schnellstens zu ermöglichen, sich zu registrieren, nachdem ihm von den Behörden Panamas die Flagge entzogen wurde. Die Aquarius ist das letzte aktive Such- und Rettungsschiff von Nichtregierungsorganisationen im Mittelmeer.

Am fünften Jahrestag des Schiffsunglücks von Lampedusa, bei dem mindestens 368 Menschen starben, wurden die europäischen Regierungen nun in dem Brief aufgefordert, der Aquarius ihre Flagge anzubieten.

"Die Aquarius hat Zehntausende Leben auf See gerettet und damit eine Lücke geschlossen, die die Staaten hinterlassen haben“, so die stellvertretende Direktorin für die Regionen Europa und Zentralasien bei Human Rights Watch, Judith Sunderland, im Namen der unterzeichnenden Organisationen

Wir appellieren an die Länder, dem Schiff ihre Flagge anzubieten, damit es diese unverzichtbare Arbeit fortführen kann.

Maria
Serrano
Kampagnenleiterin für Migration von Amnesty International

"Was wäre eine größere Würdigung derjenigen, die vor fünf Jahren vor Lampedusa gestorben sind, als es der Aquarius – einem Symbol der Solidarität und dem Respekt von Menschenleben und Würde – zu ermöglichen, ihre lebensrettende Arbeit fortführen zu lassen.“

"Die Aquarius war die letzte Hoffnung für Männer, Frauen und Kinder, die sich mit der unmöglichen Wahl konfrontiert sahen, auf See zu ertrinken oder furchtbaren Misshandlungen in Libyen ausgesetzt zu sein. Wir appellieren an die Länder, dem Schiff ihre Flagge anzubieten, damit es diese unverzichtbare Arbeit fortführen kann“, sagt Maria Serrano, Kampagnenleiterin für Migration bei Amnesty International.

Hintergrund

Der Brief wurde unterzeichnet von Amnesty International, Human Rights Watch, dem Europäischen Rat für Flüchtlinge und im Exil lebenden Personen (ECRE), der Internationalen Juristen-Kommission (ICJ) und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (FIDH).

Mehr dazu