Erfolg Syrien 22. März 2017

Alan und Gyan sind wieder mit ihrer Familie vereint

Alan und Gyan sind wieder mit ihrer Familie vereint

Die Geschwister Alan und Gyan Mohammad aus Syrien mit ihrer Mutter in einem griechischen Flüchtlingslager im Juli 2016

Wir respektieren deine Privatsphäre und stellen deshalb ohne dein Einverständnis keine Verbindung zu YouTube her. Hier kannst du deine Einstellungen verwalten, um eine Verbindung zu den Social-Media-Kanälen herzustellen.
Datenschutzeinstellungen verwalten

22. März 2017 - Die syrischen Geschwister Alan und Gyan sitzen seit ihrer Kindheit im Rollstuhl. 2014 mussten sie vor dem "Islamischen Staat" aus ihrer Heimat fliehen. Nach fast drei Jahren beschwerlicher Flucht mit ihrer Mutter haben sie es nun endlich nach Deutschland geschafft, wo sie ihren Vater und ihre Schwester wieder in ihre Arme schließen konnten.

Sie haben eine gefährliche Reise hinter sich. Alan Mohammad (30) und seine Schwester Gyan (28), von Beruf Lehrer und Lehrerin, haben beide seit ihrer Geburt Muskeldystrophie. Als der selbsternannte "Islamische Staat" sich 2014 ihrem Dorf in Nordostsyrien näherte, wagten die beiden Geschwister mit ihrer Familie die Flucht über die Berge in die Türkei.

Dreimal versuchte die Familie die türkische Grenze zu überqueren, sie wurde aber jedes Mal von türkischen Sicherheitskräften beschossen, weshalb sie in die Region Kurdistan im Irak weiterreisen musste. Dort blieb die Familie zunächst eineinhalb Jahre, war aber dann erneut gezwungen vor dem "Islamischen Staat" zu fliehen. Dem Vater war es inzwischen gelungen, mit einer Schwester Deutschland zu erreichen.

Deswegen war auch Alans und Gyans Ziel klar: Mit einem Boot über das Meer nach Europa. "Ich will nach Deutschland, zu meinem Vater und meiner Schwester. Das ist mein Traum", sagte Alan. Um das zu erreichen, war der Familie kein Hindernis zu groß: das bergige Grenzgebiet zwischen der Türkei und dem Irak durchquerten Alan und Gyas in Säcken, die an Pferde gehängt wurden, während Mutter und Bruder die schweren Rollstühle die Hänge hinauf schoben. Als sie die Türkei erreichten, wurden sie ohne Rollstühle von Schmugglern in ein völlig überfülltes Schlauchboot gepackt.

Die Geschwister Alan und Gyan Mohammad aus Syrien mit ihrer Mutter in einem griechischen Flüchtlingslager im Juli 2016

Die Geschwister Alan und Gyan Mohammad aus Syrien mit ihrer Mutter in einem griechischen Flüchtlingslager im Juli 2016

"Es war der Horror", erzählt Alan. "Wir waren vier Stunden auf dem Wasser. Babys weinten. Meine Mutter fiel in Ohnmacht und meine Schwester war überzeugt, dass sie das nicht schaffen würde." Doch sie schafften es, im Sommer 2016 das griechische Festland zu erreichen, wo sie in ein Flüchtlingslager gebracht wurden.

Nach Jahren der Flucht geschah es dann Anfang dieses Jahres: Der Traum der Familie wurde gegen alle Wahrscheinlichkeit tatsächlich Wirklichkeit. Sie konnte nach Deutschland fliegen und mit Vater und Schwester wiedervereint werden.

Doch auch wenn die beschwerliche Flucht jetzt hinter ihnen liegt, denkt Alan an seine Freundinnen und Freunde und die Kinder, die er in den Flüchtlingslagern zurücklassen musste: "Viele davon sind in einer sehr schlechten Lage. Bitte vergesst sie nicht".

Weitere guten Nachrichten und Erfolgsmeldungen finden Sie auf www.amnesty.de/erfolge

Weitere Informationen zum Thema Flüchtlinge und Asyl finden Sie auf www.amnesty.de/fluechtlinge

Mehr dazu

Pressemitteilung Deutschland

10. Marler Medienpreis: Ehren-Auszeichnung für Filmproduzent Artur Brauner

BERLIN, 12.10.2017 - Der Ehrenpreis des 10. Marler Medienpreis Menschenrechte (m3) geht dieses Jahr an Artur Brauner. Der 99-jährige Brauner wird für seine über 70 Jahre andauernde Arbeit geehrt, durch die er immer wieder an die Schrecken des Holocausts erinnert und dazu beigetragen hat, die deutsche Vergangenheit aufzuarbeiten.
Pressemitteilung Deutschland

Amnesty warnt vor Abschaffung der Kennzeichnungspflicht für Polizisten in NRW

BERLIN, 10.10.2017 - Die Abschaffung der Kennzeichnungspflicht in NRW wäre ein gravierender Rückschritt für eine moderne, transparente Polizeiarbeit. Amnesty International fordert alle Abgeordneten des nordrhein-westfälischen Landtages dazu auf, diesen rechtsstaatlichen Rückschritt abzulehnen.
Pressemitteilung Deutschland

Individuelles Recht auf Asyl kann und darf zahlenmäßig nicht begrenzt werden

BERLIN, 09.10.2017 - Grundgesetz, Genfer Flüchtlingskonvention, Europäische Menschenrechtskonvention und geltendes Europarecht verpflichten Deutschland wie auch andere Staaten dazu, Menschen Asyl, Flüchtlingsschutz oder subsidiären Schutz zu gewähren, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt werden
Pressemitteilung Türkei

„Freiheit“: Amnesty-Lichtinstallation in Berlin für inhaftierte Menschenrechtsverteidiger in der Türkei – Beginn am 29.09.

BERLIN, 28.09.2017 - Im Rahmen des Festivals „BERLIN leuchtet“ weist die Lichtinstallation „Freiheit“ auf die Situation von in der Türkei inhaftierten Menschenrechts-verteidigern hin, darunter die türkische Amnesty-Direktorin İdil Eser, der türkische Amnesty-Vorstand Taner Kılıç und der deutsche Schulungstrainer Peter Steudtner.