Aktuell Chile 05. Februar 2015

Chile: absolutes Abtreibungsverbot stoppen!

Start der Kampagne "My Body My Rights" zur Stärkung der reproduktiven und sexuellen Rechte in Santiago de Chile

Start der Kampagne "My Body My Rights" zur Stärkung der reproduktiven und sexuellen Rechte in Santiago de Chile

06. Februar 2015 - Der Vorstoß der chilenischen Regierung, Schwangerschaftsabbrüche unter bestimmten Umständen zu entkriminalisieren, ist ein wichtiger Schritt hin zum Schutz der sexuellen und reproduktiven Rechte aller Frauen und Kinder, erklärt Amnesty International.

Die Regierung hat dem Nationalkongress am 31. Januar einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der Schwangerschaftsabbrüche entkriminalisiert, wenn das Leben der Mutter in Gefahr, die Schwangerschaft aus einer Vergewaltigung hervorgegangen oder der Fötus lebensunfähig ist.

„Unter keinen Umständen dürfen Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch kriminalisiert werden. Der Gesetzesentwurf ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Erika Guevara, Direktorin für die Region Amerikas von Amnesty International. Um allen internationalen Verpflichtungen gerecht zu werden, fehlt dem Entwurf allerdings die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs bei Gefährdung der Gesundheit der Schwangeren. Die Entscheidung liegt nun beim Nationalkongress.

„Wir rufen die Parlamentarier dazu auf, die Diskussionen im Kongress dazu zu nutzen, eine inklusive Debatte voranzutreiben und zu zeigen, dass der Respekt vor den Menschenrechten von Frauen und Mädchen in Chile Priorität hat“, betonte Ana Piquer, Generalsekretärin von Amnesty International Chile.

Chile gehört neben El Salvador, Nicaragua, Honduras, Haiti und Surinam zu den wenigen Ländern der Region, die bislang an einem absoluten Abtreibungsverbot festgehalten haben. Die Dominikanische Republik hat im Dezember 2014 ihr Strafgesetzbuch geändert und Schwangerschaftsabbrüche unter bestimmten Umständen entkriminalisiert.

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