Aktuell Ukraine 20. März 2014

Ukraine: Nationalistischer Abgeordneter greift Fernsehdirektor an

Rede des russischen Präsidenten Putin: Fernsehübertragung in einem Café in Simferopol, Ukraine

Rede des russischen Präsidenten Putin: Fernsehübertragung in einem Café in Simferopol, Ukraine

19. März 2014 - Der gewalttätige Angriff auf den Leiter eines großen ukrainischen Fernsehsenders durch ein nationalistisches Mitglied des Parlaments muss sofort untersucht und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Oleksandr Panteleymonov, Leiter des Ersten Nationalen Fernsehsenders, wurde in seinem Büro von Igor Miroshnichenko, einem Mitglied der Freiheitspartei, aufgesucht und von mindestens fünf Schlägern verprügelt und gezwungen, eine Rücktrittserklärung zu schreiben.

Igor Miroshnichenko ist ein Mitglied des parlamentarischen Komitees für Meinungsfreiheit.

"Es ist befremdlich, dass ein Mitglied des parlamentarischen Komitees für Meinungsfreiheit mit dem Angriff in Verbindung steht. Die amtierenden Behörden müssen deutlich machen, dass so ein Verhalten in der Ukraine nicht toleriert wird", sagte Heather McGill, Ukraine-Expertin bei Amnesty International.

Nach einer Live-Übertagung der Unterzeichnung des Abkommens zwischen dem russischen Präsidenten Putin und den de facto-Machthabern der Krim beschuldigten die Angreifer Panteleymonov, für die russischen Behörden zu arbeiten.

Sie benutzten rassistische Ausdrücke und verlangten eine Entschuldigung von Oleksandr Panteleymonov. Außerdem filmten sie den Angriff und veröffentlichten das Video im Internet. Anschließend entführten die Angreifer Panteleymonov und sagten ihm, dass er gezwungen würde, sich bei den noch immer noch auf dem Unabhängigkeitsplatz anwesenden Protestierenden, zu entschuldigen. Er wurde ein paar Stunden nach Bekanntwerden des Überfalls freigelassen.

"Dieser Angriff auf die Meinungsfreiheit muss umgehend untersucht und die Verantwortlichen müssen strafrechtlich verfolgt werden. Alles andere würde nur die Tür für weitere Übergriffe dieser Art gegen Mitarbeiter der Medien und Aktivisten öffnen", sagte Heather McGill.

"Die amtierenden ukrainischen Behörden dürfen nun keine Zeit verlieren zu beweisen, dass die Grundrechte in der Ukraine geschützt werden und niemand wegen seiner politischen Ansichten oder ethnischen Herkunft diskriminiert werden darf."

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