Aktuell Indien 03. Dezember 2014

Chemiekatastrophe in Bhopal

Chemiekatastrophe in Bhopal
default_picture

Überlebende der Chemiekatastrophe von 1984 protestieren und fordern Entschädigung

03. Dezember 2014 - Amnesty fordert mit Aktionen weltweit von Dow Chemical und der indischen Regierung, endlich die Opfer der Chemiekatastrophe von Bhopal angemessen zu entschädigen und das Gelände zu dekontaminieren. Dazu fanden in Berlin bereits gestern Mahnwachen statt.

Auf dem Pariser Platz forderten Amnesty-Aktivistinnen und -Aktivisten auf Transparenten Gerechtigkeit für die Opfer und informierten über den jahrzehntelangen Kampf der Überlebenden um ihre Rechte. Vor der Indischen Botschaft stellten Unterstützer_innen Kerzen als Zeichen der Solidarität mit den Opfern auf.

Amnesty fordert von Dow Chemical und der indischen Regierung 30 Jahre nach der Chemiekatastrophe endlich ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Bislang haben weder der Konzern noch die Regierung genug unternommen, um das verseuchte Gebiet zu dekontaminieren. Auch die Entschädigungszahlungen an die Betroffenen sind viel zu gering ausgefallen.

Im November 2014 weigerte sich Dow Chemical - das Nachfolgeunternehmen von Union Carbide, dem Betreiber des Unglückbetriebs - erneut, zu einem Gerichtstermin zu erscheinen. Bereits im Jahr 2007 übte Dow Chemical Druck auf die indische Regierung aus, um eine Verurteilung zu verhindern. Das Unternehmen versprach Investitionen im Land, wenn die Regierung in die laufenden juristischen Verhandlungen gegen die Firma eingreifen und die rechtlichen Schritte stoppen würde.

Hintergrund

In der Nacht vom 2. zum 3. Dezember 1984 strömten aus einem Leck hochgiftige Gase und töteten innerhalb der ersten Stunden sieben- bis achttausend Menschen. In den Jahren danach sind weitere 15 000 Menschen an den Giften gestorben, die in der Unglücksnacht in die Umwelt gelangt sind. Auch heute noch sind das Fabrikgelände sowie umliegende Landstriche kontaminiert. Über 500 000 Bewohner kämpfen mit langfristigen, schweren Gesundheitsschäden. Amnesty fordert, die Betroffenen endlich ausreichend medizinisch und mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Während zweier Reisen nach Bhopal hat der Magnum-Fotograf Raghu Rai eindrucksvolle Aufnahmen von der Situation vor Ort gemacht. Hier geht es zur Fotostrecke.

Unterzeichnen Sie unsere Petition und fordern Sie Gerechtigkeit für die Opfer des Gas-Unglücks von Bhopal!

Hier geht es zur Petition auf Amnesty.org

Hier können Sie außerdem mit einem "Brief gegen das Vergessen" aktiv werden

Weitere Artikel