Gas-Katastrophe in Bhopal
Ein Wandbild in Bhopal, das den Opfern der Gas-Katastrophe von 1984 gedenkt
© Amnesty International
07. November 2014 - Fast 30 Jahre sind seit der schrecklichen Tragödie vergangen, als einer Pestizidfabrik von Union Carbide India Limited (UCIL) im indischen Bhopal eine Giftgaswolke entströmte. Allein zehntausend Menschen starben in den drei Tagen nach dem Unglück, weitere Tausende in den Jahren danach. Nun könnte es endlich zur strafrechtlichen Untersuchung kommen.
Es war die schlimmste Industriekatastrophe in der Geschichte Indiens: Am 3. Dezember 1984 traten in einer Fabrik in Bhopal mehrere Tonnen giftiger Stoffe aus, die Zehntausenden Menschen unmittelbar des Leben kosteten und noch heute über 150.000 Menschen gesundheitlich belasten.
Zur Zeit des Unglücks war das US-amerikanische Unternehmen Union Carbide Corporation (UCC) Mehrheitseigentümer der verantwortlichen UCIL. Seit drei Jahrzehnten weicht das Unternehmen den schweren strafrechtlichen Vorwürfen bezüglich seiner Rolle bei der Katastrophe aus: UCC ist nie vor den indischen Gerichten erschienen, um sich den Anschuldigungen gegen die Firma - wie etwa fahrlässiger Tötung - zu stellen.
Auch Dow Chemical, wiederum seit 2001 hundertprozentige Eigentümerin von UCC, hat nichts getan, um sicherzustellen, dass ihre Tochtergesellschaft den Tausenden Opfern der Katastrophe sowie der indischen Justiz Respekt zollt. Das Unternehmen beharrt darauf, mit dem Gerichtsprozess nichts zu tun zu haben.
Jetzt hat ein Gericht in Bhopal Dow Chemical für den 12. November 2014 vorgeladen, um die Firma erklären zu lassen, warum sie UCC bislang nicht vor das Gericht geschickt hat.
Dow kann die schockierende Missachtung der Situation von Bhopal-Überlebenden und des Rechtsstaats durch UCC nicht mehr ignorieren. Beide Unternehmen müssen sich endlich ihrer Verantwortung für diesen symbolhaften Fall von Ungerechtigkeit stellen.
Schreiben Sie an den Vorstandsvorsitzenden von Dow Chemical und fordern Sie sein Erscheinen vor Gericht!