Aktuell Simbabwe 06. August 2013

Wahlen in Simbabwe: Politische AktivistInnen wurden massiv bedroht

Wahlen in Simbabwe

Wahlen in Simbabwe

6. August 2013 - Politische AktivistInnen berichteten Amnesty, dass ihnen von Anhängern Mugabes Gewalt angedroht und dass sie mitsamt ihren Kindern zur Flucht gezwungen wurden. Und das nur, weil sie sich geweigert hätten, zu erklären, wem sie ihre Stimme gegeben haben.

Die Frauen sagten aus, dass sie den Anweisungen der Zanu-PF-Partei nicht Folge geleistet hätten. Sie sollten vorgeben, Analphabetinnen, blind oder gesundheitlich stark beeinträchtigt zu sein, damit ein Stellvertreter für sie die Stimme abgeben konnte. Sechs Frauen erzählten, dass sie mit ihren 12 Kindern kurz nach der Wahl am 31. Juli ihr Dorf verlassen mussten, nachdem sie zuvor von den Dorfvorstehern im Mukumba Bezirk (Mashonaland Zentral Provinz) bedroht worden waren.

"Es wirkt so, als wollten die Anhänger der Zanu-PF sicherstellen, dass diese Frauen nicht für eine andere Partei stimmen. Deshalb wollten sie das Wahlgeheimnis umgehen", sagt Noel Kututwa, Vizedirektor des Afrika-Programms von Amnesty International. "Die simbabwische Polizei muss die Sicherheit von politischen AktivistInnen auf dem Land garantieren und den Berichten über die Vertreibungungen nachgehen. Die Behörden sind verpflichtet, Gewaltandrohungen zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen."

Die Familien hatten angegeben, dass sie angegriffen worden seien, weil sie die von Morgan Tsvanigirai geführte Oppositionspartei MDC (Movement for Democratic Change) unterstützt hätten. Bereits während der letzten Wahlen gab es auffallend viele Wähler vom Land, die als "assisted voters" registriert waren, also als Wähler, die bei der Stimmabgabe Unterstützung benötigen. Entweder, weil sie als Analphabeten aufgeführt waren oder als BürgerInnen, die nicht in der Lage sind, selbst wählen zu gehen. In Simbabwe können aber mehr als 90 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner lesen und schreiben, das entspricht der höchsten Quote in ganz Afrika.

Einige der vertriebenen politischen AktivistInnen mussten ihre Kinder zurücklassen. Sie berichteten Amnesty-Vertretern, dass noch weitere Familien bedroht wurden und im Mukambura-Bezirk gestrandet seien.

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