Mexiko: Behörden müssen Tod von zwei Studenten aufklären
Einheiten der mexikanischen Bundespolizei: "Aufklären, was falsch lief"
© Jesús Villaseca P/Latitudes Press
14. Dezember 2011 - Amnesty International hat die mexikanischen Behörden aufgefordert, eine vollständige und unabhängige Untersuchung einzuleiten, um den Tod von zwei Studenten aufzuklären. Die Todesfälle ereigneten sich am 12. Dezember im südlichen Bundesstaat Guerrero im Zusammenhang mit gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei während einer Demonstration.
Gabriel Echevarría und José Alexis Herrera Pino wurden getötet, als die Polizei versuchte, eine Demonstration von Pädagogikstudenten aufzulösen. Die Demonstration fand außerhalb der Hauptstadt des Bundesstaates, Chilpancingo, statt, wo Demonstranten die Autobahn zwischen der mexikanischen Hauptstadt und dem Ferienort Acapulco blockiert hatten. Mindestens 14 weitere Personen wurden verletzt und 24 verhaftet.
"Die mexikanischen Behörden müssen aufklären, was bei der Reaktion der Polizei auf die Proteste falsch lief und zum Tod der Studenten führte", sagte Rupert Knox, Mexiko-Experte von Amnesty International. "Ferner ist es unerlässlich, dass die Rechte der verhafteten Demonstranten gewährleistet werden und sie nicht Opfer von Folterungen oder anderen Misshandlungen werden."
Die Demonstranten hatten die Straße blockiert und ein Treffen mit dem Gouverneur des Staates verlangt, als der Protest gewalttätig wurde. Sowohl Einheiten der Bundespolizei als auch der Kriminalpolizei von Guerrero griffen daraufhin ein und Demonstranten setzten offenbar eine Tankstelle in Brand. Berichten zufolge feuerte die Polizei Warnschüsse in die Luft, aber Fotos zeigen auch, dass die Polizisten automatische Waffen benutzten und diese auf Demonstranten richteten.
In einer offiziellen Erklärung bedauerte die Regierung des Bundesstaates Guerrero die Gewalttaten und die Todesfälle. Zudem wurde versichert, dass eine Untersuchung eingeleitet würde. Die Nationale Menschenrechtskommission leitete ebenfalls eine Untersuchung ein. Vier Polizeibeamte und ein Angestellter der Tankstelle wurden bei dem Vorfall offenbar ebenfalls verletzt. Was den Umgang mit Störungen der öffentlichen Ordnung anbelangt, geben die bisher zu Tage geförderten Beweise ernsthaften Anlass zur Sorge, dass es zu schweren Menschenrechtsverletzungen gekommen ist.
Die mexikanischen Behörden müssen sicherstellen, dass eine umfassende und unparteiische Untersuchung durchgeführt wird, damit die Fakten geklärt und diejenigen zur Verantwortung gezogen werden, die Menschenrechtsverletzungen begangen haben, erklärte Amnesty International und stellte fest, dass dies bei ähnlichen Fällen in der Vergangenheit nicht der Fall war. "Die Polizei in Mexiko hat die Pflicht, die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten und die Zivilbevölkerung vor Gewalttaten zu schützen. Jeder übersteigerten Gewaltanwendung, die über das gesetzlich erlaubte Maß hinaus geht, muss mit Entschiedenheit nachgegangen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden", sagte Rupert Knox.