Aktuell Libyen 21. November 2011

Libyen: Saif al-Islam muss an den Internationalen Strafgerichtshof überstellt werden

21. November 2011 - Der Nationale Übergangsrat (NTC) in Libyen muss Saif al-Islam an den Internationalen Strafgerichtshof überstellen. Das forderte Amnesty International, nach Berichten über die Festnahme des Sohnes von Muammar Gaddafi an der libyschen Grenze zu Niger.

"Saif al-Islam muss vor Gericht kommen und seine Sicherheit muss garantiert werden", erklärte Hassiba Hadj Sahraoui, stellvertretende Direktorin für Nordafrika und den Nahen Osten bei Amnesty International. "Aufgrund der Vorfälle nach Muammar Gaddafis Gefangennahme nehmen wir den NTC in die Verantwortung, nun Ähnliches zu vermeiden. Saif al-Islam muss für die ihm vorgeworfenen Verbrechen ein faires Gerichtsverfahren erhalten und darf nicht hingerichtet werden."

Wird Saif al-Islam vor den Internationalen Strafgerichtshof gestellt, eröffnet sich eine Chance für Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für all die Opfer der Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Saif al-Islam vorgeworfen werden. Die mutmasslich unrechtmässige Tötung von Muammar Gaddafi hat in dessen Fall diese Gerechtigkeit wohl unmöglich gemacht.

Der Internationale Strafgerichtshof hatte im Juni einen Haftbefehl gegen Saif al-Islam wie auch gegen Muammar Gaddafi und den früheren libyschen Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi ausgestellt. Ihnen werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

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