Aktuell Burkina Faso 05. August 2010

Müttersterblichkeit in Burkina Faso: 14.000 Unterschriften für den Botschafter

Mutter werden. Ohne zu sterben: 14.000 Petitionsteilnehmer setzten sich gegen die Müttersterblichkeit in Burkina Faso ein

Mutter werden. Ohne zu sterben: 14.000 Petitionsteilnehmer setzten sich gegen die Müttersterblichkeit in Burkina Faso ein

5. August 2010 - Am 29. Juli 2010 übergab Amnesty-Generalsekretärin Monika Lüke die Petitionlisten an Xavier Niodogo, Botschafter von Burkina Faso in Deutschland. 13.934 Unterschriften waren bundesweit bei Aktionen zum Internationalen Frauentag am 8. März 2010 sowie auf der Website gesammelt worden. Ebenfalls übergeben wurde eine bunte Patchwork-Stoffdecke: Amnesty-Hochschulgruppen hatten die Stoffteile bei Aktionen gesammelt und zusammengenäht – in Anlehnung an die Tradition in Burkina Faso, nach der ein neugeborenes Kind in einen "Pagne"-Stoff eingewickelt wird und ein Stoffteil auf das Bett der Mutter gelegt wird. Der Botschafter freute sich über dieses Geschenk und darüber, dass Amnesty sich gegen die hohe Müttersterblichkeit in seinem Land einsetzt.

Monika Lüke erläuterte anschließend die Anliegen zur Situation der Frauen, zur Müttergesundheit, zum Gesundheitssystem sowie zur Todesstrafe. Unter anderem fordert Amnesty, dass Präsident Blaise Compaoré seine Zusage vom Februar 2010 einhält und dass die Gesundheitsversorgung für Schwangere zukünftig vollständig kostenlos angeboten wird. Der Botschafter wies darauf hin, dass seitens der Regierung bereits Fortschritte bei der Reduzierung der Müttersterblichkeit erzielt wurden. Ein Schwerpunkt der Regierung liege auf der Verbesserung in den Bereichen Bildung und Gesundheit, denn ohne Bildung gäbe es auch kein Bewusstsein für Gesundheit.

Machen Sie mit! Bitten Sie den Präsidenten, seine Zusage einzuhalten und sicherzustellen, dass die alle schwangeren Frauen in Notfällen vollständig kostenlos behandelt werden.

In den letzten zehn Jahren haben die burkinischen Behörden mit Unterstützung internationaler Geldgeber Initiative gezeigt und finanzielle Mittel bereitgestellt, um die Sterblichkeitsrate bei Schwangeren und Müttern zu senken.

Doch so gut ausgearbeitet der Kampf gegen die Müttersterblichkeit auf dem Papier auch sein mag, bei der Umsetzung gibt es massive Probleme. Viele Frauen sterben, weil sie die medizinische Behandlung in Notfällen nicht bezahlen können, obgleich die Regierung die Kosten bereits zu 80 Prozent übernimmt.

Ihr Einsatz zählt: Beteiligen Sie sich jetzt an unserer neuen Online-Petition an den burkinischen Präsidenten.

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