Mexiko: Amnesty fordert Schutz der Menschenrechte
Immer wieder gibt es in Mexiko Übergriffe gegen Menschenrechtsverteidiger
© Martha Izquierdo
30. April 2010 - In einem offenen Brief hat Amnesty International Mexikos Präsidenten Felipe Calderón aufgefordert Journalisten, Aktivisten und Anwälte, die sich für die Menschenrechte einsetzen, sowie Migranten besser zu schützen. Calderón ist vom 2. bis 4. Mai zu Besuch in Deutschland und trifft unter anderem Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Amnesty International erhält immer wieder Berichte über Gewaltexzesse durch staatliche Sicherheitskräfte sowie Übergriffe gegen Menschenrechtsverteidiger. "Wer sich in Mexiko für die Menschenrechte einsetzt muss mit willkürlicher Inhaftierung und Verurteilungen aufgrund falscher Anschuldigungen rechnen", schreibt Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, in dem Brief an Calderón. "Das mexikanische Justizsystem wird missbraucht, um Kritiker und Aktivisten auszuschalten." Auch werden immer wieder Menschenrechtsverteidiger ermordet, ohne dass die Taten ausreichend strafrechtlich verfolgt werden.
Häufig werden Migranten in Mexiko Opfer krimineller Banden
© Amnesty International (Photo: Ricardo Ramírez Arriola)
Kritisch ist in Mexiko auch die Situation zehntausender Migranten, die jedes Jahr auf dem Weg aus Süd- oder Zentralamerika in die USA Mexiko durchqueren und dabei häufig Opfer krimineller Banden werden. Ihr Schicksal dokumentiert Amnesty International in einem neuen Bericht, der am 28. April 2010 veröffentlicht wurde. Aufgrund des mangelnden Schutzes durch staatliche Sicherheitskräfte und dem allgemein herrschenden Klima der Straflosigkeit werden sie Opfer von Erpressungen, Schlägen, sexueller Gewalt, Menschenhandel und Mord. Oft sind Staatsangestellte nicht nur indirekt durch Untätigkeit, sondern auch direkt durch Komplizenschaft an den Menschenrechtsverletzungen beteiligt.
Lesen Sie hier den offenen Brief von Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, an Mexikos Präsident Calderón:
Offener Brief an Präsident Calderón
Im Hamburger Gängeviertel zeigt die CASA- und Guatemala-Koordinationsgruppe eine Fotoausstellung über Transit-Migration in Mexiko. Vom 1. bis zum 11. Juli werden die Bilder in der Fabrik des Gängeviertels zu sehen sein und viele Veranstaltungen rund um das Thema stattfinden.
Termine und Informationen zu der Ausstellung: http://unsichtbareopfer.wordpress.com