Aktuell Haiti 18. Januar 2010

Haiti: Menschenrechte der Überlebenden müssen geschützt werden

Haiti nach dem Erdbeben.

Haiti nach dem Erdbeben.

15. Januar 2009 – Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti rief Amnesty International die Vereinten Nationen (UN) dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz der Menschenrechte zu gewährleisten und die Hilfsbedürftigsten unter den Überlebenden zu schützen.

Amnesty begrüßte den schnellen und mutigen Einsatz der UN und vieler anderer Helfer in Haiti und der ganzen Welt, die mit humanitärer Hilfe Leben retten, die Zerstörungen beseitigen und die Infrastruktur wieder herstellen.

In dieser schweren Situation muss besonders darauf geachtet werden, dass die Menschenrechte und der Schutz von Kindern gesichert werden. Viele bleiben nach dem Beben als Waisen zurück. Besonders Mädchen sind einem erhöhten Risiko von sexuellem Missbrauch und Übergriffen ausgesetzt.

"Die gegenwärtige Gesetzlosigkeit in Haiti und die erhöhte Gefährdung von Frauen und Mädchen, schaffen ein Umfeld, in dem Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen wie Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch unentdeckt und ungestraft stattfinden", sagte Gerardo Ducos, Haiti-Experte von Amnesty International. "Der Schutz gefährdeter und hilfsbedürftiger Menschen vor sexuellem Missbrauch ist ebenso wichtig, wie die Versorgung mit Hilfsleistungen."

Als Folge der Katastrophe sind die Kapazitäten der haitianischen Nationalpolizei und des Justizsystems zur Strafverfolgung stark beeinträchtigt. Ein Großteil der Infrastruktur ist zusammengebrochen und viele Staatsbeamte werden vermisst.

"Schon vor dem verheerenden Erdbeben war Haiti nicht in der Lage, Menschenrechte effektiv zu schützen, insbesondere was den Schutz von Frauen und Mädchen vor sexueller Gewalt angeht. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, wird sich die Situation aller Wahrscheinlichkeit nach nur noch verschlimmern," sagte Gerardo Ducos.

Zum Zeitpunkt, als Amnesty International diesen Aufruf sendete, wurde befürchtet, dass tausende Haitianer dem Erdbeben der Stärke 7,1 zum Opfer gefallen sind. Tausende werden noch vermisst und Überlebende warten auf Hilfe von der internationalen Gemeinschaft und die Versorgung mit Trinkwasser, Nahrung und Medizin.

Amnesty International drückt allen Familien und Freunden der Opfer gegenüber tiefe Anteilnahme aus und sendet einen Gruß der Solidarität an das haitianische Volk.

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