Aktuell Turkmenistan 26. August 2009

Wo sind Boris und Konstantin Schichmuradow?

Boris Schichmuradov

Boris Schichmuradov

Seit Ende 2002 sind Boris und Konstantin Schichmuradow verschwunden, denn seit ihrer Verurteilung klären die turkmenischen Behörden nicht darüber auf, wo sie festgehalten werden. Weder Familienangehörige noch das Internationale Komitee des Roten Kreuzes können sie besuchen.

Im Dezember 2002 und im Januar 2003 wurden mindestens 59 Menschen in unfairen Gerichtsverfahren zu Haftstrafen zwischen fünf Jahren und lebenslänglich verurteilt. Ihnen wurde vorgeworfen, an einem Anschlag auf den damaligen Präsidenten Saparmurad Nijasow im November 2002 beteiligt gewesen zu sein. Viele von ihnen wurden als "Vaterlandsverräter" bezichtigt. Amnesty International erhielt zahlreiche Berichte, denen zufolge viele der Angeklagten in Untersuchungshaft gefoltert worden sein sollen.

Boris Schichmuradow, ehemaliger Außenminister, wurde am 29. Dezember 2002 zu einer Haftstrafe von 25 Jahren verurteilt. Die Öffentlichkeit war zu diesem Prozess nicht zugelassen. Am Tag darauf soll der turkmenische Volksrat die Strafe zu lebenslänglicher Haft erhöht haben. Sein Bruder Konstantin Schichmuradow wurde zu 17 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Ehefrau von Boris Schichmuradow, Tatjana Schichmuradowa, erzählte Amnesty International kurz nach dem Prozess: "Es ist unmöglich herauszufinden, ob Rechtsanwälten erlaubt war zu sprechen, ob Zeugen befragt wurden [und] wer der Anhörung vorsaß."

Die Behörden reagieren bis heute nicht auf Vorwürfe, nach denen mindestens acht Verschwundene in Haft gestorben sein sollen. Es gab auch Gerüchte, dass Boris Schichmuradow darunter sein soll. Die einzige Hoffnung, dass er doch noch am Leben ist, ist eine Äußerung des Präsidenten Berdymuchamedow im September 2007, er sei positiv gestimmt, dass er noch am Leben sei.

Nichtregierungsquellen vermuten, dass die Verschwundenen im Ovadan-depe Gefängnis in der Nähe der Hauptstadt Aschgabat festgehalten werden. Dieses ist bekannt für seine außerordentlich harten Haftbedingungen. Amnesty International konnte diese Berichte nicht bestätigen.

Zeigen Sie Einsatz! Boris und Konstantin Schichmuradow sind seit 2002 verschwunden. Seit ihrer Verurteilung klären die turkmenischen Behörden nicht darüber auf, wo sie festgehalten werden.

Schreiben Sie an den Präsidenten und fordern ihn auf, den Aufenthaltsort der Brüder preiszugeben und einen fairen Prozess zu garantieren!

Sehr geehrter Präsident,

ich schreibe Ihnen heute aus Sorge um das Schicksal der Brüder Boris und Konstantin Schichmuradow. Seit sie im Dezember 2002 zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden, weiß niemand – auch ihre Familienangehörigen nicht -, wo sie festgehalten werden. Ihre Ehefrauen, Tatjana und Ajna Schichmuradowa, erhalten auf ihre vielen Nachfragen über ihr Schicksal von den Behörden keine Antwort.
Das Verschwindenlassen dieser beiden Männer verletzt internationale Menschenrechtsnormen. Daher fordere ich Sie auf, sofort preis zu geben, in welchem Gefängnis Boris und Konstantin Schichmuradow und andere verschwundene Gefangene inhaftiert sind. Ich appelliere an Sie, dass die Angehörigen der Verschwundenen und das Internationale Komitee des Roten Kreuzes die Männer besuchen dürfen.
Der Prozess, in dem Boris und Konstantin Schichmuradow verurteilt wurden, entsprach nicht den internationalen Standards für ein faires Gerichtsverfahren. Ich rufe Sie auf, die beiden Männer erneut vor ein Gericht zu stellen, das diese Regeln einhält und internationale Beobachter zu den Anhörungen zulässt.

Hochachtungsvoll

Drucken Sie unsere Vorlage aus, unterschreiben und schicken Sie diesen Appellbrief an folgene Adresse:

Prezidentu Turkmenistana
Gurbanguly Berdymukhamedovu
Apparat Prezidenta

744000 Ashgabat
TURKMENISTAN

Vielen Dank für Ihren Einsatz!

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