Aktuell Sri Lanka 25. November 2009

Sri Lanka: Sichere Rückkehr für die Vertriebenen!

Binnenflüchtlinge im Lager Menik Farm, Sri Lanka 2009

Binnenflüchtlinge im Lager Menik Farm, Sri Lanka 2009

24. November 2009 - Amnesty International begrüßt das Versprechen der srilankischen Regierung, vom 1. Dezember an alle Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der mindestens 130.000 durch den Krieg mit der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelan) Vertriebenen aufzuheben.

"Nun muss die Regierung der Ankündigung Taten folgen lassen und den Flüchtlingen mit Nahrung, Unterkünften und Schutz zur Seite stehen, während sie ihre Häuser wiederaufbauen", sagt Madhu Malhotra, Leiterin des Asien-Pazifik Programms von Amnesty International.

Seit Ende des Krieges vor sechs Monaten werden Tausende Tamilen in Lagern festgehalten, bewacht vom Militär. Viele überlebten den Krieg unter äußerst schwierigen Bedingungen. Sie wurden gezwungen mit den sich zurückziehenden LTTE – Streitkräften zu ziehen. Die LTTE rekrutierte zwangsweise Zivilisten und in einigen Fällen wurden Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht. Nun sollen die Flüchtlinge selbst entscheiden dürfen, ob sie in den Lagern bleiben, alternative Unterkünfte suchen oder nach Hause zurückkehren wollen.

"Die Menschen haben monatelang unter unwürdigen Bedingungen gelebt, ohne angemessene sanitäre Anlagen oder sauberes Trinkwasser. Wenn die Regierung ihr Versprechen wahr macht und die Lager öffnet, können die Vertriebenen endlich anfangen, ihre verwüstetes Leben wiederaufzubauen", sagt Madhu Malhotra.

Amnesty International fordert die Regierung Sri Lankas auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Vertriebenen sicher nach Hause zurückkehren oder sich eine neue Heimat aufbauen können. Zudem sollten Hilfsorganisationen ungehinderten Zugang zu den Flüchtlingen erhalten, um sicherzustellen, dass diese keinen weiteren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind.

Hintergrund

Seit dem Ende des Krieges im Mai sind schätzungsweise 12.000 Vertriebene, darunter auch Kinder, willkürlich verhaftet worden. Die Behörden verdächtigen sie, Verbindungen zur LTTE zu haben. Sie wurden von den anderen Vertriebenen getrennt und von den Behörden in irregulären Haftanstalten festgehalten, etwa in leer stehenden Schulen.

Amnesty International ist besorgt über die unzureichende Transparenz und die mangelnde Übernahme von Verantwortung für dieses Vorgehen, das außerhalb des gesetzlichen Rahmens durchgeführt wird. Außerdem ist man besorgt über die erhöhten Gefahren, die den Häftlingen drohen, wenn sie ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten werden.

Personen, die unter dem Verdacht verhaftet wurden, Verbindungen zur LTTE zu haben, und denen Verbrechen vorgeworfen werden, sollten angeklagt, vor Gericht gestellt und in Übereinstimmung mit den Gesetzen strafrechtlich verfolgt werden.

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