Aktuell 02. Oktober 2009

"Wohnen. In Würde." Auftaktaktion zum Welt-Habitat-Tag

Mit Menschenrechten gegen Armut
Amnesty-Generalsekretärin Monika Lüke: "Den Menschen bleibt nach der Räumung nichts mehr. Es geht hier um die Menschenwürde!"

Amnesty-Generalsekretärin Monika Lüke: "Den Menschen bleibt nach der Räumung nichts mehr. Es geht hier um die Menschenwürde!"

2. Oktober 2009 - Am Freitag, den 2.10.2009, wurden auf dem Potsdamer Platz in Berlin 60 Papphäuser von einem Radlader niedergewalzt. Mit dieser Aktion machte Amnesty International, mit Blick auf den Welt-Habitat-Tag der Vereinten Nationen am 5. Oktober, darauf aufmerksam, dass das Zuhause für Hunderttausende weltweit ein bedrohter Ort ist.

Mehr als eine Milliarde Menschen leben in Slums. Vielen von ihnen droht die Vertreibung aus ihren Hütten und Häusern – weil die Grundstücke in Innenstädten attraktiv für Investoren sind. Die Betroffenen werden bei den Planungen nicht einbezogen, nicht vorgewarnt und nur selten angemessen entschädigt. Solche rechtswidrigen Zwangsräumungen sind schwere Menschenrechtsverletzungen.

Amnesty-Generalsekretärin Monika Lüke forderte bei der Veranstaltung einen weltweiten Stopp der Zwangsräumungen. "Wenn Planierraupen nachts anrücken und ganzen Familien das Dach über dem Kopf wegreißen, ist das nicht nur ein Skandal", so Monika Lüke. "Es ist auch ein schwerer Verstoß gegen die Menschenrechte. Die Menschen werden nicht gehört und haben keine Möglichkeit gegen die Räumung gerichtlich vorzugehen."

Der Anwalt Daniel King, der Opfer von Zwangsräumungen in Kambodscha berät, forderte mehr Aufmerksamkeit für die Vertriebenen. "Am schlimmsten trifft es die Kinder", führte Daniel King aus. "Viele sind krank und bekommen keinerlei medizinische Versorgung. Eine Schule besuchen sie nicht und der Kriminalität und Gewalt sind sie oft am stärksten ausgesetzt." In Kambodscha sind allein in der Hauptstadt Phnom Penh derzeit 70.000 Menschen von Zwangsräumungen bedroht.

Moderiert wurde die Aktion von Andreas Ulrich (u.a. RadioEins). Seine eindringlichen Schilderungen und die über Lautsprecher eingespielten Geräusche einer tatsächlichen Zwangsräumung, vermittelten den zahlreichen interessierten PassantInnen ein Bild von der traurigen Realität der Räumungen.

"Die Menschen in den Slums haben, wie jeder andere Mensch auch, das Recht auf Wohnraum, medizinische Versorgung, sauberes Wasser und Bildung. Es geht hier um die Menschenwürde", fasste Monika Lüke zusammen.

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