Pakistan: Ahmad Farhad ist endlich wieder frei
Diese Urgent Action ist beendet.
Am 31. August wurde Ahmad Farhad aus der Haft entlassen. Er war zuvor 72 Tage lang willkürlich in Verwaltungshaft festgehalten worden. Der Dichter und Journalist hatte öffentlich die Regierung kritisiert. Ihm wurde deshalb vorgeworfen, die öffentliche Sicherheit gefährdet zu haben.
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Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben!
Sachlage
Ahmad Farhad ist ein kaschmirischer Dichter und Journalist, der sich für soziale Bewegungen engagiert. Er kam am 31. August 2026 aus der Haft frei. Zuvor war er 72 Tage lang rechtswidrig in Verwaltungshaft gehalten worden. Er war am 20. Juni auf einer Polizeiwache in Bagh im pakistanisch verwalteten Teil von Jammu und Kaschmir (Azad Jammu und Kaschmir) festgenommen und inhaftiert worden. Die Behörden beriefen sich dabei auf eine Regelung zur öffentlichen Ordnung. Nach dieser Regelung können Personen inhaftiert werden, wenn sie Ansichten geäußert haben, die nach Meinung der Behörden die öffentliche Sicherheit gefährden. Bis heute wurden keine konkreten Vorwürfe gegen Ahmad Farhad erhoben.
Die Behörden setzten Ahmad Farhad in Haft unter Druck. Als Bedingung für seine Freilassung sollte er ein Video aufnehmen, in dem er Proteste in der Region kritisiert und das basisdemokratische Bündnis Jammu Kashmir Joint Awami Action Committee (JAAC) als terroristische Organisation bezeichnet. Dagegen trat der Journalist am 27. Juli in den Hungerstreik. Er beendete den Hungerstreik am 10. August, da ihm die Behörden die Freilassung versprachen. Als sich das Versprechen nicht erfüllte, nahm er den Hungerstreik am 11. August wieder auf. Wegen seines schlechten Gesundheitszustands wurde er am 22. August in ein Krankenhaus gebracht und dort intravenös mit Flüssigkeit versorgt.
Die Behörden gehen seit Jahren gegen Ahmad Farhad vor. Am 15. Mai 2024 wurde er gewaltsam aus seiner Wohnung in Islamabad verschleppt und fiel dem Verschwindenlassen zum Opfer. Erst am 29. Mai 2024 tauchte er wieder auf, wurde sofort in Gewahrsam genommen und auf die Polizeiwache von Dhirkot gebracht. Die Behörden leiteten gemäß Paragraf 186 des Strafgesetzbuchs von Azad Jammu und Kaschmir ein Strafverfahren wegen "Behinderung eines Staatsbediensteten bei der Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben" ein. Im Rahmen einer Strafanzeige, die bereits am 13. Mai 2024 eingereicht worden war, wurde er außerdem gemäß dem Antiterrorgesetz angeklagt. Diese Anklage bezog sich auf Posts in den Sozialen Medien zum "Kashmir Long March", der im Mai 2024 von der JAAC organisiert worden war. Am 14. Juni 2024 kam er gegen Kaution frei.
Ahmad Farhad leidet wegen seiner Zeit in rechtswidriger Verwaltungshaft immer noch an Gesundheitsbeschwerden. Er sagte: "Ich möchte Amnesty für ihren Einsatz danken, nicht nur für mich, sondern auch für die vielen weiteren Menschen, deren Stimmen unterdrückt werden." So bedeutend sein eigener Fall auch war, ist es Ahmad Farhad wichtig hervorzuheben, dass derzeit in Azad Jammu und Kaschmir zahlreiche Menschen willkürlich festgehalten werden. Die Behörden dort versuchen, jegliche Kritik zu stoppen und das Recht auf friedliche Versammlung in der Region zu unterdrücken.
Diese Urgent Action ist beendet. Es sind keine weiteren Protestbriefe nötig. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben!