Amnesty-Menschenrechtspreis 2026: Khaled Quzmar – Anwalt der Kinder in Palästina
Amnesty verleiht den Menschenrechtspreis 2026 an Khaled Quzmar: Seit fast 40 Jahren verteidigt der Anwalt aus Ramallah die Rechte palästinensischer Kinder.
Der palästinensische Rechtsanwalt und Kinderrechtsexperte Khaled Quzmar (Aufnahme vom Juli 2026)
© Amnesty International, Foto: Sergey Ponomarev
Die Kinder in Palästina leiden seit Jahrzehnten unter der Verletzung ihrer Rechte – ob in Gaza oder im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem. Unter israelischer Besatzung erfahren sie massive Gewalt und vielfache Diskriminierung. Sie werden ihrer Kindheit beraubt.
Der Anwalt Khaled Quzmar aus Ramallah kämpft seit fast 40 Jahren für ihre Rechte. Die deutsche Amnesty-Sektion verleiht ihm deshalb für seinen Einsatz als Verteidiger der palästinensischen Kinder den Menschenrechtspreis 2026.
Khaled Quzmars Einsatz für Kinderrechte in Palästina
Für UN-Gremien und internationale Gerichte dokumentiert Khaled Quzmar Verstöße gegen Kinderrechte im Westjordanland einschließlich Ostjerusalem und in Gaza. Zahllosen Kindern und ihren Familien hat er Rechtsbeistand und psychosoziale Unterstützung ermöglicht.
Wegen seiner Arbeit drohte ihm der israelische Geheimdienst mit langer Haft – doch er lässt sich nicht einschüchtern. Mit seiner Arbeit möchte der Jurist einen Beitrag zum Ende der völkerrechtswidrigen israelischen Besatzung und des Genozids leisten.
"Meine Rolle ist es, die Opfer zu unterstützen. Vielleicht ist das nicht viel, aber ich tue alles, was in meinen Kräften steht."
Unterstütze mit uns Khaled Quzmar in seinem Einsatz für die Rechte palästinensischer Kinder. Fordere mit ihm von der deutschen Bundesregierung endlich wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Verbrechen der israelischen Regierung.
Die Lage der Kinder in Gaza und im Westjordanland
In Gaza hat die israelische Armee seit Oktober 2023 ca. 20.000 Kinder getötet. Die Überlebenden leiden weiterhin unter Hunger und Krankheit, leben in zerstörter Infrastruktur – ohne Zugang zu grundlegender Versorgung, Schulen und Ausbildung und damit ohne Zukunftsperspektive.
Im Westjordanland leiden Kinder unter staatlich unterstützter Siedlergewalt. Viele Schulen werden zerstört. In israelischen Gefängnissen sind derzeit mindestens 351 Minderjährige inhaftiert. Mehr als die Hälfte von ihnen sind in Administrativhaft – ohne Anklage und auf unbestimmte Zeit.
Fragen und Antworten
Khaled Quzmar gibt seit fast 40 Jahren unermüdlich und allen Widerständen zum Trotz der vulnerabelsten Bevölkerungsgruppe Palästinas eine Stimme: den Kindern. Ihre erschütternde Lebenssituation ist die direkte Folge struktureller Menschenrechtsverletzungen und systematischer Unterdrückung, die sich in den letzten Jahren noch einmal deutlich verschärft haben.
Eine Realität, durch die gerade ganze Generationen ihre Zukunft verlieren. Als international anerkannter Kinderrechtsexperte hat Quzmar entscheidend dazu beigetragen, die strukturellen und systematischen Menschenrechtsverletzungen an palästinensischen Kindern offenzulegen und Forderungen nach Aufarbeitung und Rechenschaftspflicht ins Zentrum der Debatte zu rücken.
Er hat Menschenrechtsverletzungen in Gaza und im Westjordanland einschließlich Ostjerusalem für UN-Gremien und Internationale Gerichte dokumentiert und zahllosen Kindern und ihren Familien Rechtsbeistand und psychosoziale Unterstützung ermöglicht.
Wegen seiner Arbeit ist der in Ramallah ansässige Quzmar massivem Druck, Repressionen und Diffamierungen durch israelische Behörden ausgesetzt. Unter anderem wurde er 2021 vom israelischen Geheimdienst vorgeladen und mit einer langen Haftstrafe bedroht.
In seiner Rolle als langjähriger Generaldirektor von Defense For Children International - Palestine (DCI-P) sah er sich aufgrund der anhaltenden Schikanen gegen die Organisation dazu gezwungen, diese im Frühjahr 2026 nach über 35 Jahren aufzulösen.
Khaled Quzmar lebt und arbeitet seit Jahrzehnten unter den Gefahren und der Unsicherheit, die die illegale israelische Besatzung des Westjordanlands mit sich bringt. Vier seiner Brüder waren im Gefängnis, teilweise für Jahrzehnte. Er ist sich bewusst, dass er jederzeit für seinen Einsatz inhaftiert werden könnte.
Mit dem Menschenrechtspreis zeichnet Amnesty International in Deutschland alle zwei Jahre Persönlichkeiten und Organisationen aus, die sich unter schwierigen Bedingungen für Menschenrechte einsetzen.
Ziel des Preises ist es, das Engagement dieser Menschen zu würdigen, sie zu unterstützen und zu schützen sowie ihre Arbeit in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.
2026 wird der Amnesty-Menschenrechtspreis zum 13. Mal verliehen. Bisherige Preisträger*innen waren u.a. Eren Keskin (Türkei), Swetlana Gannuschkina (Russland), Alice Nkom (Kamerun), das Nadeem-Zentrum (Ägypten) und FEDEPESAN (Kolumbien).