Kultur Deutschland 16. Januar 2019

Feo Aladag

Mitglied der Amnesty-Jury auf der Berlinale 2019
Porträtfoto Feo Aladag

Produzentin, Autorin und Regisseurin Feo Aladag

Feo Aladags Filme Die Fremde, Zwischen Welten und Der Andere - Eine Familiengeschichte wurden mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Aladag war jeweils als Produzentin und Regisseurin tätig und schrieb das Drehbuch. 2019 ist sie in der Amnesty-Jury auf der Berlinale, gemeinsam mit Schauspielerin Pegah Ferydoni und Markus N. Beeko, Generalsekretär der deutschen Amnesty-Sektion.

Meine erste Arbeit als Regisseurin und Produzentin war für Amnesty-Spots für die internationale Amnesty-Kampagne "Stop violence against women". Das war mein Auslöser, filmisch erzählen zu wollen. Für all das eine Form zu finden, was diese so beglückende wie aufwühlende wie wahnsinnige Arbeit des Filmemachens wertvoll macht. Und das hat zuerst und zuletzt mit Menschlichkeit zu tun. Teil der diesjährigen Berlinale-Jury für den Amnesty-Preis zu sein, ist eine Ehre, über die und auf die ich mich sehr freue - auch weil die Arbeit von Amnesty niemals zuvor wichtiger war als genau: JETZT.

Feo
Aladag
Produzentin, Autorin und Regisseurin

Vita

Feo Aladag, geboren 1972 in Wien, studierte Schauspiel in Wien und London. Im Jahr 2000 promovierte sie an der Universität Wien in Kommunikationswissenschaften und Psychologie. Feo arbeitete als Filmkritikerin und Kolumnistin für österreichische Tageszeitungen und drehte Werbefilme und Musikvideos. Ab Mitte der neunziger Jahre spielte sie im Theater sowie in internationalen TV- und Filmproduktionen darunter einige Episoden der ARD-Krimireihe Tatort, für die sie Drehbücher verfasste. Sie absolvierte ein zweijähriges Gaststudium an der DFFB, besuchte zahlreiche Masterclasses und Seminare in den Fächern Regie, Schauspiel und Drehbuch an der Europäischen Film Akademie. Dabei zählten Regisseure wie Mike Figgis, Stephen Frears, Bertrand Tavernier und Mike Leigh zu ihren Dozenten.

2005 gründete sie die in Berlin ansässige Independent Artists Filmproduktion, bei deren erstem Projekt, Die Fremde (When We Leave), Feo Aladag als Produzentin, Autorin und Regisseurin fungierte. Der Film gewann 47 nationale und internationale Auszeichnungen, darunter zwei Deutsche Filmpreise (Bester Film, Beste Hauptdarstellerin), den Europa Cinema Label Award der Berlinale sowie als bisher einziger Film den Preis der Deutschen Filmkritik in gleich sieben Kategorien und lief bisher auf mehr als 140 internationalen und nationalen Filmfestivals in 50 Ländern. 2011 wurde Die Fremde für die 83. Academy Awards als deutscher Beitrag in der Kategorie „Bester nicht englischsprachiger Film“ entsandt.

Zwischen Welten (Inbetween Worlds) ist Feo Aladags zweiter Langspielfilm, in dem sie erneut als Produzentin, Drehbuchautorin und Regisseurin fungiert. Zwischen Welten wurde im Sommer 2013 an Originalschauplätzen in Kunduz und Mazar-i-Sharif Afghanistan sowie an verschiedenen Drehorten in Deutschland gedreht. Der Film feierte im Wettbewerb der 64. Internationalen Filmfestspiele Berlin seine Weltpremiere und lief ab dem 27. März 2014 bundesweit in den Kinos. Zwischen Welten war für den VGF-Nachwuchsproduzentenpreis 2014 sowie für den deutschen Regiepreis Metropolis nominiert, den Feo Aladag bereits 2011 in der Kategorie Beste Regie Nachwuchs für Die Fremde gewonnen hatte. Zwischen Welten wurde auf 50 internationalen Filmfestivals gezeigt und gewann bisher fünf nationale und internationale Preise.

2016 produzierte Feo Aladag mit ihrer Produktionsfirma Independent Artists den Spielfilm Der Andere - Eine Familiengeschichte für das ZDF, für den Feo Aladag erneut das Drehbuch schrieb und den sie im Niger, Westafrika und Berlin inszenierte.  Der Andere - Eine Familiengeschichte feierte im Oktober 2016 bei den Internationalen Hofer Filmtagen seine Premiere und wurde sowohl für den 53. Grimme-Preis als auch für den 10. Marler Medienpreis Menschenrechte 2017 und für den CIVIS European TV Award 2017 nominiert.

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