Briefmarathon an Schulen - Schreib für Freiheit

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Ein Junge steckt einen Brief in einen gelben Briefkasten, auf dem "Schreib für Briefe" steht, daneben steht ein Mädchen und schreibt einen Brief

Briefmarathon-Workshop an der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Potsdam am 27. November 2017

 

Danke für euren tollen Einsatz beim Briefmarathon 2019! 

293.227 Briefe haben wir bei Amnesty International in Deutschland gezählt! Gut die Hälfte davon sind an Schulen geschrieben worden, nämlich rund 147.000 Briefe. Was für ein toller Einsatz! Vielen Dank.

Wie geht es jetzt für Yasaman, Magai, Marinel, Emil, Sarah und Séan weiter?
Oft gibt es positive Entwicklungen, wenn die vielen Briefe bei den zuständigen Behörden eingehen - nicht immer erfahren wir sofort davon. Darum bitten wir um etwas Geduld. Über aktuelle Entwicklungen informieren wir euch weiter unten auf dieser Seite sowie auf briefmarathon.de.

Zum Beispiel ist Yasamans Haftstrafe im Februar von 16 auf 9 Jahre und 7 Monate reduziert worden. Wir hoffen aber weiter, dass ihre Strafe ganz aufgehoben wird. 

Und Emil hat sich über eure Briefe gefreut: 

In den letzten Monaten habe ich Solidaritätsbotschaften aus der ganzen Welt erhalten, die mir enorme Kraft und Inspiration geben. 

Menschenrechte auf den Stundenplan

Im Dezember 2019 haben sich Tausende Schüler_innen im Unterricht mit dem Thema Menschenrechte auseinandergesetzt und sind für einzelne Menschen aktiv geworden. Sie haben die jeweilige Regierung aufgefordert, die Menschenrechte von Yasaman, Emil, Magai, Marinel, Sarah und Seán zu schützen.

Die Teilnahme ist für Lehrer_innen ganz leicht:

Lade dir hier Unterrichtsvorschläge für verschiedene Fächer herunter - erstellt für die Jahrgangsstufen sieben bis dreizehn.

Das kostenfreie Angebot umfasst auch Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Fällen, Ländern und Themen sowie passende Filmvorschläge und Bastelvorlagen.

Du willst dich mit Menschenrechtsbildung allgemein beschäftigen? Unsere Vorschläge findest du hier.

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Der Briefmarathon wirkt: Erfolge aus den zurückliegenden Jahren

Ein animiertes Portrait der beiden Künstler Bayram Mammadov und Giyas Ibrahimov mit einer Spraydose

Bayram Mammadov und Giyas Ibrahimov sind endlich frei! Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev unterzeichnete am 16. März 2019 anlässlich des Neujahrsfestes Nouruz einen Erlass zur Begnadigung der beiden Aktivisten. Bayram und Giyas waren seit 2016 inhaftiert, weil sie ein kritisches Graffiti auf eine Statue des früheren Präsidenten Heydar Aliyev gesprüht hatten.

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Porträtfoto von Vitalina Koval in einer städtischen Gasse

Bei einem Treffen mit dem ukrainischen Innenministerium konnte Amnesty International auf über 400.000 Briefe verweisen, die Menschen aus aller Welt zur Unterstützung der LGBTI-Aktivistin Vitalina Koval verschickt haben. Die Appelle an die ukrainischen Behörden scheinen gewirkt zu haben: Sie untersuchen den Angriff auf Vitalina nun ausdrücklich als Hassverbrechen.

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Ein Mann kniet auf einem Teppich auf dem sich Briefe stapeln und hält auch zwei Briefe demonstrativ in der Hand

Für den tschadischen Blogger Mahadine haben mehr als eine halbe Million Menschen auf der ganzen Welt Briefe geschrieben und Petitionen unterzeichnet – vor allem während des Briefmarathons 2017: Im April 2018 ordnete ein Gericht seine Freilassung an.

Saman Naseem wurde im Iran im April 2013 zum Tode verurteilt

Saman Naseem kam als 17-Jähriger wegen "Feindschaft zu Gott" im Iran in Haft. Sein Todesurteil wurde 2018 in fünf Jahre Haft umgewandelt. Beim Briefmarathon 2015 waren rund 200.000 Menschen für ihn aktiv.

Saman
Naseem
Iran
Porträt von Phyoe Phyoe Aung

Mehr als 394.000 Briefmarathon-Nachrichten gingen 2015 an die Studentin Phyoe Phyoe Aung: Nach einem friedlichen Protest saß sie mehr als ein Jahr in Myanmar in Haft. Als sie 2016 freikam, sagte sie: "Wir sind nicht allein."

Phyoe Phyoe
Aung
Myanmar
Zwei Frauen stehen vor einer Wand und hängen Briefe und Bilder vom Briefmarathon auf

Mehr als eine halbe Million Menschen forderte beim Briefmarathon 2015 den Schutz von Mädchen vor Zwangsverheiratungen in Burkina Faso, zu dem sich die Regierung verpflichtete, nachdem sie "Nachrichten von Menschen aus der ganzen Welt" erhielt.

Mädchen
und junge Frauen
Burkina Faso
Porträtfoto von Fred Bauma

"Jeder Brief hat uns gestärkt", sagte der Jugendaktivist Yves Makwamba aus der Demokratischen Republik Kongo, als er im August 2016 freikam. Für ihn und Fred Bauma hatten sich beim Briefmarathon 2015 Menschen aus der ganzen Welt eingesetzt.

Fred Bauma und
Yves Makwambala
Demokratische Republik Kongo
Porträt von Albert Woodfox mit hochgehaltener Faust als Geste des Erfolgs

"Die Nachrichten, die mich von Menschen außerhalb der Gefängnismauern erreicht haben, sind zu einer enormen Quelle der Stärke für mich geworden", sagte Albert Woodfox. Er kam 2016 nach 44 Jahren Einzelhaft frei.

Albert
Woodfox
USA
Porträtfoto von Moses Akatugba

Moses Akatugba aus Nigeria wurde im Alter von 16 Jahren zu Tode verurteilt. 2015 wurde er begnadigt und freigelassen. "Ich bin überwältigt. Die Aktivistinnen und Aktivisten von Amnesty sind Heldinnen und Helden."

Moses
Akatugba
Nigeria
Porträtfoto von Liu Ping

Im Dezember 2014 durfte die inhaftierte chinesische Bürgerrechtlerin Liu Ping erstmals Besuch von ihrer Tochter erhalten. Von den Tausenden Briefen sei ihr keiner ausgehändigt worden, aber es bewege sie sehr, dass sie nicht vergessen sei.

Liu
Ping
China
Porträtfoto von Paraskevi Kokoni

Die Romni Paraskevi Kokoni überreichte mehr als 82.000 Briefmarathon-Appelle für neue, antirassistische Gesetze an den griechischen Justizminister. Auch die Männer, die sie rassistisch angegriffen hatten, wurden bestraft.

Paraskevi
Kokoni
Griechenland

Die Mobilisierung für den zu 1.000 Stockhieben verurteilten saudi-arabischen Blogger Raif Badawi zeigte indirekt Wirkung: Das EU-Parlament forderte seine Freilassung – mit der ersten EU-Resolution für Menschenrechte in Saudi-Arabien.

Raif
Badawi
Saudi-Arabien
Porträt von Chelsea Manning

Die US-amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning sagt, sie habe jede der 17.000 Solidaritätsbotschaften, die sie im Gefängnis erhielt, gelesen. Im Mai 2017 kam sie vorzeitig frei, wie es Ex-US-Präsident Barack Obama noch angeordnet hatte.

Chelsea
Manning
USA

Der Briefmarathon auf einen Blick

Eine Grafik, die erklärt, wie der Amnesty-Briefmarathon funktioniert.

6 Gründe für den Briefmarathon an Schulen

Fächerübergreifendes Arbeiten & Kompetenzerwerb

Das Thema "Menschenrechte" kann in verschiedene Fächer integriert werden, z.B. Politik, Sozialkunde, Ethik und auch Kunst oder in den Fremdsprachenunterricht.

Die Kompetenzen, wie politische Partizipation und Solidarität mit Menschen weltweit, werden gefördert: So lernen Schüler_innen außerhalb des klassischen Unterrichts fürs Leben.

Erfolgserlebnisse – Jeder Brief zählt

Mit jedem Brief können sie ein Leben verändern: Folter verhindern, Menschenleben schützen, Mut und Hoffnung geben. Gemeinsames Erlebnis: "Meine Schule hilft Menschen in Gefahr"

Die vielen positiven Entwicklungen für Menschen, für die wir uns bereits eingesetzt haben, zeigen die Wirkung der Briefe weltweit.

Sensibilisierung

Der Briefmarathon stärkt das Bewusstsein für Menschenrechte, Verantwortung und Unrecht und sensibilisiert für die Vielschichtigkeit der Menschenrechte.

Schüler_innen bekommen ein Gespür dafür, dass es viele Orte auf der Welt gibt, an denen man für Dinge bestraft wird, die in Deutschland als Selbstverständlichkeit gelten.

Gemeinschaftssinn

Die Schüler_innen werden Teil einer großen, weltweiten Bewegung – ein großer Motivationsfaktor!

Es macht großen Spaß, sich in der Gemeinschaft für eine Sache stark zu machen. 

Förderung der Kreativität

Das Briefeschreiben ist eine „Do It Yourself“-Aktion, sie kann frei gestaltet werden: von Hand, mit Gebasteltem oder Zeichnungen, in einer Fremdsprache, … Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Öffentlichkeitsarbeit

Die Regionalpresse findet solche Aktionstage interessant und berichtet gerne darüber.