Aktuell Türkei 12. Oktober 2026

Türkei: Freiheit für inhaftierte LGBTI+ Aktivist*innen

Das Foto zeigt mehrere Personen auf einer Kundgebung. Sie rufen Slogan und halten Regenbogenfahnen in der Hand. Einige lachen.

Pride March in der türkischen Stadt Izmir (Archivaufnahme)

Seit dem 12. September 2026 gehen die türkischen Behörden mit noch mehr Härte gegen lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und intergeschlechtliche (LGBTI+) Menschen vor. Wohnungen, Büros und Bars werden durchsucht, Menschen festgenommen, friedliche Proteste eingeschränkt und Stimmen im Netz zum Schweigen gebracht. Auch Aktivist*innen und Organisationen, die sich für die Rechte von LGBTI+  einsetzen, sind betroffen. Mindestens 83 Personen kamen in Untersuchungshaft.

Doch sie sind nicht allein: Unter dem Motto "We’re Everywhere, My Love" rufen LGBTI+ Aktivist*innen aus der Türkei zu internationaler Solidarität auf. Setz mit uns ein Zeichen und trag ihre Forderungen weiter. 

Was du jetzt tun kannst:

1. Schick einen Brief an die türkische Botschaft 

Trag die Forderungen direkt an die offizielle Vertretung der türkischen Regierung in Deutschland: Schick einen Brief an die türkische Botschaft in Berlin und unterstütze die Forderung, die inhaftierten Menschenrechtsverteidiger*innen freizulassen und die Angriffe auf die Rechte von  LGBTI+ zu beenden. 

Warum per Post? Briefe lassen sich nicht so leicht filtern wie digitale Nachrichten. Je mehr Briefe aus unterschiedlichen Städten, von Einzelpersonen und Organisationen bei der Botschaft ankommen, desto deutlicher wird: Das Vorgehen gegen LGBTI+ wird international beobachtet. Die Forderungen sollen so auch die politisch Verantwortlichen in der Türkei erreichen. 

Wir haben eine Vorlage vorbereitet. Du kannst sie direkt verwenden oder mit eigenen Worten ergänzen. 

  1. Brief herunterladen oder unseren Vorschlag kopieren – und, wenn du möchtest, eigene Punkte ergänzen. 
  2. Unterschreiben: Bei persönlichen Bedenken, z.B. wegen einer geplanten Türkei-Reise, unterschreibe einfach mit deinem Vornamen und dem Anfangsbuchstaben des Nachnamens. 
  3. Abschicken an die türkische Botschaft in Berlin. 

Adresse: 
Botschaft der Republik Türkei 
S.E. Herrn Gökhan Turan 
Tiergartenstraße 19–21 
10785 Berlin 

-> Hier kannst du den Brief als PDF-Datei herunterladen

Oder du kopierst unserer Vorschlag:

Sehr geehrter Herr Botschafter Turan, 

mit großer Sorge verfolge ich die Razzien, Festnahmen und Inhaftierungen gegen die LGBTI+ 
Community in der Türkei seit dem 12. September 2026 im Rahmen der Polizeiaktion "Meine Familie 
ist in Sicherheit". Menschen dürfen nicht kriminalisiert werden, weil sie sich friedlich für 
Gleichberechtigung und Menschenrechte einsetzen oder weil sie sind, wer sie sind. 

Ich fordere die türkischen Behörden auf, alle Personen freizulassen, die ausschließlich wegen ihres 
friedlichen Engagements für LGBTI+ Rechte oder wegen ihrer Identität inhaftiert sind. Setzen Sie sich 
bitte dafür ein, die Angriffe auf zivilgesellschaftliche Organisationen und 
Menschenrechtsverteidiger*innen zu beenden. Sie müssen ihre Rechte auf Meinungs-, 
Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit ohne Diskriminierung oder Repressalien ausüben können. 
Bitte nutzen Sie Ihre Position und Ihren Einfluss, um sich gegenüber den zuständigen Stellen in der 
Türkei für die Freilassung der Inhaftierten und die Achtung der Menschenrechte einzusetzen. 

Mit freundlichen Grüßen

2. Mach mit bei unserer Urgent Action 

Amnesty fordert die türkischen Behörden auf, Menschen unverzüglich freizulassen, die allein wegen ihres Einsatzes für Menschenrechte inhaftiert wurden. LGBTI+ und ihre Organisationen müssen ihre Rechte frei von Diskriminierung, Kriminalisierung und Repression ausüben können.  

Mit unserer Urgent Action machst du zusätzlich Druck bei den zuständigen Behörden. 

Die LGBTI+ Menschenrechtsverteidiger*innen Janset Kalan, Nedime Erdoğan, Umut Derin und Selin Berghan sowie die Journalistin Tuğba Tekerek sind seit den Razzien im September in Untersuchungshaft. Amnesty fordert ihre sofortige Freilassung und ein Ende der Kriminalisierung ihrer menschenrechtlichen und journalistischen Arbeit.

Hier geht es zur Urgent Action – jetzt mitmachen

Warum wir weiter Druck machen 

Die Festnahmen sind Teil eines breiteren Vorgehens gegen LGBTI+ Rechte und zivilgesellschaftliche Handlungsräume in der Türkei. Behörden gehen gegen Organisationen vor, schränken Proteste ein und lassen Social-Media-Konten sperren. 

LGBTI+ Aktivist*innen und Organisationen in der Türkei stellen sich dieser Repression entgegen. Wir schließen uns ihren Forderungen an und nutzen unsere Handlungsmöglichkeiten, um den politischen Druck zu erhöhen. 

Mach mit: Schreib an die Botschaft, unterstütze die Urgent Actions und trag die Forderungen von LGBTI+ Aktivist*innen in der Türkei weiter. 

We’re Everywhere, My Love. 

#HerYerdeyizAşkım  

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