Aktuell 03. Februar 2016

Mit Tanz gegen Folter

Mit Tanz gegen Folter

Das Staatsballett Berlin zeigt im Februar 2016 "Herrumbre", ein Stück über Trauma und Gewalt

8. Februar 2016 - Das Staatsballett Berlin bringt mit "Herrumbre" ein Stück über Trauma und Gewalt auf die Bühne.

Der Alptraum Folter ist tägliche Realität für unzählige Menschen auf der ganzen Welt. In rund drei Viertel aller Länder wird trotz des absoluten Verbots durch die UN-Antifolterkonvention im Namen des Staates gefoltert und misshandelt. Zwischen 2009 und 2014 hat Amnesty International in 141 Ländern Folter und andere Misshandlungen dokumentiert. Folter gehört zu den schlimmsten Verbrechen, die Menschen angetan werden können. Sie ist ein fundamentaler Angriff auf die Würde des Menschen. Folter geschieht meist im Verborgenen. Hilflosigkeit und Brutalität hinterlassen bei den Überlebenden neben körperlichen Folgen auch schwere psychische Verletzungen.

Nacho Duatos Choreographie "Herrumbre" widmet sich diesem Thema. Entstanden ist "Herrumbre" 2004, in jenem Jahr, als in Madrid morgendliche Pendler terroristischen Bombenanschlägen zum Opfer fielen. Der Choreograph Nacho Duato wohnte nur wenige hunderte Meter von einem der vier Anschlagsorte entfernt. 2004 war auch das Jahr, in dem Fotos von gefolterten Häftlingen des amerikanischen Gefangenenlager Guantánamo um die Welt gingen. Unter diesen Eindrücken entschloss sich Nacho Duato, den Terror und die fatalen wie ausweglosen Abgründe menschlichen Schmerzes zum Thema einer neuen Choreographie zu machen und zeichnet Spuren erlebten Schmerzes choreographisch nach.

Mit seiner modernen Inszenierung formuliert er einen Aufruf zur Wahrung der menschlichen Würde. Mit verstörenden Bildern tiefer Demütigung will er den Blick ins Dunkel lenken, die Torturen werden durch Andeutungen umso deutlicher enthüllt. Das szenische Wechselspiel wird durch ein scharfkantiges, metallisches Bühnenbild des Architekten Jaffar Chalabi und der aufwühlenden Musik von Pedro Alcalde, Sergio Caballero und David Darling unterstützt.

Vorstellungen in der aktuellen Spielsaison:
Sonntag, 14.02.2016, 18:00 Uhr
Dienstag, 16.02.2016, 19:30 Uhr
Donnerstag, 18.02.2016, 19:30 Uhr
Sonntag, 21.02.2016, 19:30 Uhr
Freitag, 26.02.2016, 19:30 Uhr
Sonntag, 28.02.2016, 15:00 Uhr
Weitere Vorstellungen im Spielplan des 2. Halbjahres sind vorgesehen.

Veranstaltungsort:
Staatsoper im Schiller Theater
Bismarckstr. 110
10625 Berlin

Unterstützen Sie Amnesty bei der Arbeit gegen die Folter. Viele Menschen, die von Folter betroffen sind, waren schlicht zur falschen Zeit am falschen Ort. In Deutschland begegnen wir einem Teil der Menschen, die so schweres Leid und tiefe Verletzungen erfahren mussten, als schwer traumatisierte Asylsuchende und Flüchtlinge. Sie stellen eine besonders schutzbedürftige und zu versorgende Gruppe dar. Ihre angemessene Gesundheitsversorgung ist eine gesellschaftliche und staatliche Aufgabe.

Werden Sie aktiv! Unterzeichnen Sie unsere Petition für eine angemessene Gesundheitsversorgung von traumatisierten Folterüberlebenden in Deutschland.

Hier geht es zur Online-Petition - jetzt mitmachen!

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