Mexiko
Freunde und Verwandte der 43 "verschwundenen" Studenten aus Ayotzinapa bei einer Demonstration am 26. März 2015 in Mexiko-Stadt
© Ronaldo Schemidt/AFP/Getty Images
06. September 2015 - Eine Gruppe von Expertinnen und Experten der Interamerikanischen Menschenrechtskommission hat einen neuen Bericht vorgelegt. In ihm werden die Ermittlungen zum "Verschwinden" von 43 Studierenden in Ayotzinapa im September 2014 untersucht. Laut Amnesty International offenbart der Bericht die völlige Inkompetenz und den fehlenden Willen der Behörden, die Studenten zu finden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
"Die von der Gruppe von Expertinnen und Experten aufgedeckten Unstimmigkeiten in der offiziellen Theorie, wonach die Studenten auf einer Müllhalde verbrannt worden seien, machen deutlich, wie notwendig neue Ermittlungen sind", so Erika Guevara-Rosas, Expertin für die Region Amerikas bei Amnesty International.
Mexiko durchlebe derzeit eine der schlimmsten Menschenrechtskrisen der vergangenen Jahrzehnte, so Guevara-Rosas weiter: "Die große Anzahl an Fehlern bei der Suche nach den 43 Studenten und bei den Ermittlungen, die die Expertinnen und Experten untersucht haben, beschädigt den Ruf der mexikanischen Regierung schwer. Sie kann ihn nur wiederherstellen, indem sie die Verantwortlichen findet."
"Die mexikanische Regierung muss aufhören, Entschuldigungen für ihre beschämende Untätigkeit zu finden", fordert Guevara-Rosas. "Was wir jetzt brauchen, ist echter politischer Wille, die Suche und die Untersuchungen wirklich in eine andere Richtung zu lenken und dadurch den eindringlichen Forderungen der Angehörigen nach Gerechtigkeit nachzukommen. Es ist unbedingt erforderlich, dass die mexikanische Regierung alle Empfehlungen der Expertinnen und Experten umsetzt und die Verantwortlichen für die fehlgeschlagenen Untersuchungen zur Rechenschaft zieht."