Aktuell 03. Juli 2014

Fünf Foltermythen aufgedeckt

Folter ist absolut verboten und nie gerechtfertigt.

Folter ist absolut verboten und nie gerechtfertigt.

26. Juni 2014 - In den vergangenen fünf Jahren hat Amnesty aus 141 Ländern glaubwürdige Berichte über Folter und Misshandlung erhalten. Trotz absolutem Verbot foltern Regierungen im Verborgenen oder liefern Menschen in Länder aus, wo ihnen Folter droht. Es ist an der Zeit, einige hartnäckige Foltermythen zu entlarven, denn Folter ist verboten und niemals gerechtfertigt.

Folter wird größtenteils gegen Terrorverdächtige und in Kriegszeiten angewandt

Nachforschungen von Amnesty haben ergeben, dass Folter und anderweitige Misshandlungen nach wie vor ein Problem in vielen Ländern sind, die sich tatsächlichen oder vermeintlichen nationalen Sicherheitsbedrohungen wie beispielsweise Terrorismus ausgesetzt sehen.

Die Terrorismusbekämpfung der US-Behörden zu Beginn dieses Jahrhunderts, der sogenannte "Krieg gegen den Terror", rückte die Themen Folter und andere Misshandlungen stark in den Vordergrund. Diese Assoziation hat jedoch möglicherweise die globale Wahrnehmung verzerrt. Aus Amnesty-Recherchen geht deutlich hervor, dass die meisten Opfer von Folter und anderweitigen Misshandlungen weltweit keine gefährlichen Terroristen sind, sondern mittellose und ausgegrenzte Personen, die keine Stimme haben und denen Straftaten vorgeworfen werden. Also Menschen, die leider selten die Aufmerksamkeit der Medien und der Öffentlichkeit auf sich ziehen, sei es auf nationaler oder globaler Ebene.

Auch tatsächliche oder vermeintliche politische "Regierungsgegner", die noch nie eine Bombe oder eine andere Waffe in der Hand hatten, sind häufig unter den Folteropfern. Hierzu zählen auch MenschenrechtsverteidigerInnen, OppositionspolitikerInnen und JournalistInnen.

Folter wird also nach wie vor zur Bekämpfung des Terrorismus angewandt, aber auch dort größtenteils mit dem Ziel, Gegner zu entmenschlichen. Das echte Leben ist nicht so wie in den Filmen "24" oder "Zero Dark Thirty".

Die meisten Personen weltweit werden nicht gefoltert, weil sie Terroristen sind, sondern weil sie mittellos oder anders sind oder es wagen, sich gegen die Regierung zu stellen. Egal, welche Motive im Vordergrund stehen, Folter und anderweitige Misshandlungen sind absolut verboten und niemals gerechtfertigt – ganz gleich, wer man ist oder was man getan hat.

Folter ist die einzige Möglichkeit, schnell an Informationen zu kommen

Folter ist ein primitives und grobes Instrument zur Beschaffung von Informationen. Regierungen haben viele Möglichkeiten, auf humane Weise Informationen über vergangene und geplante Verbrechen zu sammeln. Insbesondere haben sich menschenwürdige Befragungstechniken als wirksam erwiesen, da sie keine verheerenden persönlichen, gesellschaftlichen und rechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen.

Einige Foltermethoden sind gar nicht so schlimm

Bei Folter gibt es keine Abstufungen.

Rechtlich wird Folter als eine Handlung definiert, durch die einer Person absichtlich starke physische oder psychische Schmerzen zugefügt werden, um die Person zu bestrafen oder an Informationen zu gelangen. Folter gibt es nicht in der "Light"-Variante.

Alle Foltermethoden sind abscheulich und illegal, einschließlich Elektroschocks, Prügel, Vergewaltigung, Erniedrigung, Scheinhinrichtungen, Verbrennung, Schlafentzug, vorgetäuschtes Ertrinken, langes Verharren in schmerzhaften Positionen, der Einsatz von Kneifzangen, Drogen und Hunden. Leider werden all diese Methoden weltweit in vielen Ländern angewandt.

Unter bestimmten Umständen dient Folter dem Wohl der Allgemeinheit

Nein. Folter ist niemals legal oder zulässig. Die Staaten, in denen keine Gesetze gegen Folter existieren, verletzen international vereinbarte Standards.

Von dem absoluten Folter- und Misshandlungsverbot darf nicht abgewichen werden und es kann selbst in Notsituationen nicht gelockert werden. Das Verbot hat weltweit solch einen starken Konsens erzielt, dass es selbst für Staaten, die den relevanten Menschenrechtsabkommen nicht beigetreten sind, bindend geworden ist.

Viele Regierungen wenden Folter jedoch nach wie vor aus den verschiedensten Gründen an, hauptsächlich deshalb, weil sie davon profitieren oder zu profitieren glauben, und weil die Verantwortlichen selten vor Gericht gestellt werden. Es muss noch viel getan werden, um dieser abscheulichen Praxis ein Ende zu setzen.

Nur ganz wenige, richtig schlimme Regierungen wenden Folter an

In den letzten fünf Jahren hat Amnesty International über Folter und anderweitige Misshandlungen in 141 Ländern aus den verschiedensten Teilen der Welt berichtet.

Während in einigen dieser Länder Folter die Ausnahme sein mag, wird sie in anderen Ländern systematisch angewandt. Bereits ein einziger Fall von Folter oder anderweitiger Misshandlung ist inakzeptabel.

Im Zuge ihrer weltweiten Recherchearbeit hat Amnesty zahllose Belege für Folter gesammelt. Auch die dokumentierten Fälle und Kampagnen der letzten fünf Jahre zeigen, dass Folter nach wie vor weit verbreitet ist.

Setzen Sie sich für Menschen ein, die gefoltert wurden oder in Gefahr sind, gefoltert zu werden. Werden Sie jetzt aktiv!

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Hier erfahren Sie mehr über unsere weltweite Kampagne "Stop Folter".

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