Frauenrechte müssen wieder auf die internationale Tagesordnung!
Diese zwei Frauen müssen in einem Krankenhaus in Ouagadougou in Burkina Faso tagelang auf ihre Behandlung warten
© Anna Kari
06. März 2014 – Zum Weltfrauentag am 8. März fordert Amnesty International, die Rechte von Frauen und Mädchen wieder auf die internationale Tagesordnung zu setzen. Das ist auch ein wichtiges Ziel einer Petition an die UNO-Weltbevölkerungskonferenz im April und der weltweiten Kampagne "My Body, My Rights" für "sexuelle und reproduktive Rechte", die Amnesty heute startet.
"Es ist absurd: Einige Staaten erlauben per Gesetz Kinderheiraten und Vergewaltigung in der Ehe, andere verbieten außereheliche sexuelle Beziehungen, Homosexualität und Schwangerschaftsabbrüche – auch nach einer Vergewaltigung", sagt Selmin Çalışkan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland. "Zum Teil werden diese Gesetze noch verschärft. Diese Rückschritte gefährden die Freiheit und die Gesundheit von Frauen und Mädchen weltweit. Wir müssen die Rechte von Frauen und Mädchen wieder auf die internationale Tagesordnung setzen!"
"Wenn sich nichts ändert, werden zwischen 2011 und 2020 schätzungsweise 142 Millionen Mädchen bereits im Kindesalter verheiratet worden sein", stellt Çalışkan fest. "Das ist ein Beispiel für die strukturelle Gewalt, der Frauen und Mädchen täglich ausgesetzt sind. Dagegen müssen wir vorgehen." Amnesty verweist außerdem darauf, dass weltweit 14 Millionen Mädchen im Teenageralter ihr erstes Kind gebären, 215 Millionen Frauen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln haben und 150 Millionen Mädchen unter 18 Jahren bereits sexuelle Gewalt erlitten haben.
"Viele Staaten kommen ihrer völkerrechtlichen Pflicht, die Diskriminierung von Frauen und Mädchen zu stoppen, nicht nach", so Çalışkan. "Oft fehlt der politische Wille, die strukturelle Gewalt gegen Frauen entschlossen zu bekämpfen. Im Gegenteil: Im Namen von Tradition und Religion wird weltweit – aber auch in einigen europäischen Ländern – versucht die Uhr für Frauen und Mädchen wieder zurückzudrehen."
In der Petition an die Delegierten der UNO-Weltbevölkerungskonferenz, die im April startet, fordert Amnesty unter anderem, den Zugang zu Beratung und Information im Bereich von Sexualität, Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft sicherzustellen. Amnesty befürchtet, dass bei der Konferenz Errungenschaften in diesem Bereich von konservativen und religiös geprägten Staaten infrage gestellt werden.
Nepal: Unmenschliche Lebensbedingungen
Die Frauen in Nepal leiden unter vielfältiger Diskriminierung. Insbesondere werden sie durch frühe und zahlreiche Schwangerschaften, körperliche Schwerarbeit (auch während der Schwangerschaft) und schlechte Ernährung ausgelaugt, sodass schon ganz junge Frauen sehr oft unter gefährlichem und schmerzhaftem Gebärmuttervorfall leiden.
Amnesty international fordert daher in einer Petition, dass die Regierung gegen die verbreitete Diskriminierung von Mädchen und Frauen vorgeht und damit ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen nachkommt.
Erfahren Sie hier mehr oder drucken Sie sich hier die Petition aus und senden Sie sie an die Amnesty-Themengruppe "Menschenrechtsverletzungen an Frauen".