Beatriz aus El Salvador: "Ohne euch hätte ich es im Krankenhaus nicht ausgehalten"
Weltweit setzten sich tausende AktivistInnen für Beatriz ein - wie z.B. in London vor der Botschaft von El Salvador
© Amnesty International
Juli 2013 - Juli 2013 - Die 22-jährige Beatriz aus El Salvador ist nach einer sehr problematischen Schwangerschaft nun außer Lebensgefahr. In einem Brief dankt sie den Menschen in aller Welt, die sie in den vergangenen Wochen und Monaten unterstützt haben.
Beatriz leidet an einer Autoimmunkrankheit und einer Nierenerkrankung. Die junge Frau ist Mutter eines Kleinkindes und war erneut schwanger. Aber schon die erste Schwangerschaft war mit erheblichen Komplikationen verbunden gewesen.
Als die ÄrztInnen nun Lebensgefahr für sie diagnostizierten, sah Beatriz keine andere Möglichkeit, als um Erlaubnis zu bitten, die Schwangerschaft abzubrechen. Doch Abtreibung stellt in El Salvador grundsätzlich eine Straftat dar. Jede Person, die einen Schwangerschaftsabbruch ermöglicht oder versucht, sich Zugang zu einem solchen zu verschaffen, muss mit einer langen Haftstrafe rechnen. Somit befanden sich auch die behandelnden MedizinerInnen in der Situation, nicht ohne offizielle Genehmigung eine Abtreibung vornehmen zu können.
Entsetzt darüber, wie die salvadorianischen Behörden Beatriz behandelten, bat Amnesty International weltweit um Unterstützung.
Die Reaktion war überwältigend.
In sehr vielen Ländern folgten Menschen dem Amnesty-Aufruf, haben Briefe und E-Mails verfasst, Petitionen unterschrieben sowie an Online-Aktionen teilgenommen. Mehr als 170.000 Unterschriften konnten auf diese Weise Präsident Funes vorgelegt werden.
Zudem unterstützten zahlreiche Menschen Beatriz, indem Sie Twitter und andere Social Media-Seiten mit Appellen überhäuften. Sie erzählten die bewegende Geschichte von Beatriz weiter. Diese Aktionen lenkten die Aufmerksamkeit internationaler Medien auf den Fall. New York Times, The Guardian, Al Jazeera, BBC und andere große Nachrichtenagenturen und Medien berichteten über die Geschichte von Beatriz.
Am 3. Juni gewährte die salvadorianische Regierung Beatriz endlich eine lebensrettende Behandlung und erlaubte einen Kaiserschnitt. Wie von den ÄrztInnen prognostiziert, litt der Fötus an einer so schweren Fehlbildung, dass er nur wenige Stunden überlebte.
Letztendlich haben auch Sie persönlich uns geholfen, die Regierung von El Salvador so sehr unter Druck zu setzen, dass sie handelte und einen Kaiserschnitt genehmigte!
Vielen Dank an unsere UnterstützerInnen, überhaupt an alle, die sich aktiv für das Leben von Beatriz eingesetzt haben.
Mit einem Schreiben hat sich Beatriz für die weltweite Unterstützung bedankt. Lesen Sie hier die deutsche Übersetzung des Briefes.
San Salvador, 10. Juni 2013
Für meine Freundinnen des Feministischen Kollektivs und alle anderen Freundinnen und Freunde,
ich möchte mich für eure Unterstützung über die ganze Zeit hinweg bedanken, und ich glaube, ohne euch hätte ich es im Krankenhaus nicht ausgehalten. Ich möchte euch auch für all die Aktionen danken, die ihr für mein Leben gestartet habt. Die Situation ist sehr schwierig gewesen, ohne eure Unterstützung hätte ich das nicht
durchgestanden. Ich hoffe, dass mein Beispiel dazu dient, dass andere Frauen nicht
das durchstehen müssen, was ich ertragen musste. Ich bin sehr glücklich, weil ich jetzt wieder mit meinem Sohn und meiner Familie zusammen sein werde.
Also, das ist schon alles, was ich euch sagen wollte, und mit diesen Dankesworten verabschiede ich mich.
Viele Grüße
Beatriz