Aktuell Deutschland 11. August 2009

"Ich war in Guantánamo" - Murat Kurnaz berichtet

Die Ankündigung für eine Veranstaltung mit dem Bremer Murat Kurnaz hatte
über 300 Studenten in den Hörsaal 3009 der Uni Bremen gelockt. Kurnaz berichtete von seinen Erfahrungen als Gefangener in Kandahar und Guantánamo.

Auch sein Anwalt, Bernhard Docke, war anwesend und skizzierte die Schwierigkeiten des Falles. Noch einmal listete Docke die Versäumnisse der deutschen Regierung auf, die sich 2002, als die Amerikaner Kurnaz freilassen wollten, weigerte, ihn aufzunehmen. So
musste er vier Jahre länger in einem Folterlager verbringen, in dem die Gefangenen ohne irgendeinen Beweis von Schuld, d. h. ohne fairen Prozess oder richterliches Urteil bis heute gehalten werden.

Murat Kurnaz hat die Folterungen und Strapazen überstanden und versucht, ein normales Leben zu leben. Er verspürt auch keinen Hass auf "die Amerikaner", denn viele haben sich für ihn eingesetzt. Er ist jedoch weiterhin empört über das Verhalten von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der seine frühzeitige Rückkehr verhinderte.

Bis heute hat Murat Kurnaz keine Entschuldigung erhalten, von einer finanziellen
Entschädigung seitens der Bundesregierung oder der US-Regierung ganz zu
schweigen.

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