Kenia: Regierung muss Tausenden Opfern der Zwangsräumung Notunterkünfte anbieten
Amnesty fordert die kenianische Regierung auf, Notunterkünfte, sauberes Wasser und andere essenzielle Güter für die über 3000 Menschen bereitzustellen, die am 22 Juli gewaltsam aus ihren Häusern vertrieben wurden und nun der Kälte und dem Regen des kenianischen Winters ausgesetzt sind.
In der letzten Woche hatten Polizisten den Bewohnern der Siedlung Githogoro village in Nairobi mitgeteilt, dass ihnen 72 Stunden blieben, ehe ihre Häuser von Bulldozern zerstört würden Die Zwangsräumung ist vermutlich Teil des Plans der kenianischen Regierung, eine neue Umgehungsstraße zu bauen.
"Es ist eine Schande, dass Tausende Männer, Frauen und Kinder ohne angemessene Vorankündigung im tiefsten kenianischen Winter vertrieben wurden", sagte Irene Khan, Generalsekretärin von Amnesty International. "Viele der Familien lebten seit mehr als 50 Jahren in der Siedlung und haben jetzt keine andere Möglichkeit, als in den Trümmern ihrer Häuser zu schlafen."
Berichten zufolge wurden dabei auch die Toiletten der Siedlung zerstört. Durch den mangelnden Zugang zu Toiletten und sauberem Wasser steigt das Risiko der Ausbreitung von Krankheiten unter den restlichen Bewohnern.
"Die kenianischen Behörden haben den Auftrag für ihre Bürger zu sorgen und sollten den Opfern der Zwangsräumung den Zugang zu Notunterkünften, sauberen Wasser und weiteren essentiellen Leistungen ermöglichen, " sagte Irene Khan. "Die kenianische Regierung bricht ihr Versprechen, bei Zwangsräumungen die Menschenrechte einzuhalten. Bis dies gesichert ist, müssen alle Zwangsräumungen umgehend gestoppt werden."
Seit der Errichtung der ersten informellen Siedlungen in Kenia wurden regelmäßig Zwangsräumungen durchgeführt, die internationalen Menschenrechtsstandards widersprechen. Nach einem Bericht von Amnesty International, der im Juni 2009 veröffentlicht wurde, sind bis zu 127.000 Menschen in Kenia unmittelbar von Zwangsräumungen bedroht. Dahinter steht der Plan der Regierung das Flussbett des Nairobi River zu reinigen.