Iranische Frauenrechtlerin aus der Haft entlassen
5.März 2009 - Nach 16 Monaten Haft ist die kurdische Studentin und Frauenrechtlerin Hana Abdi am 26. Februar 2009 in die Freiheit entlassen worden.
Hana Abdi ist im November 2007 verhaftet worden. Sie wurde beschuldigt, Mitglied in der "Partei für ein Freies Leben in Kurdistan" (PJAK), einer bewaffneten kurdischen Widerstandsgruppe, zu sein sowie an Angriffen in Sanandaj, der Hauptstadt der iranischen Provinz Kurdistan teilgenommen zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat ihr "Feindschaft gegen Gott" (Mohareb) vorgeworfen sowie "gemeinsam mit anderen ein Verbrechen gegen die nationale Sicherheit geplant" zu haben. Die Studentin der Bijar Universität ist Mitglied der "Kampagne für Gleichberechtigung" und der Nichtregierungsorganisation "Azar Mehr Women’s Organization Sanandaj", die sich für ein Ende der gesetzlich verankerten Diskriminierung einsetzt.
Amnesty International hat sich für die Freilassung von Hana Abdi eingesetzt. Die Organisation hat die Inhaftierung Abdis als politisch motiviert angesehen. Möglicherweise sollte durch die strafrechtliche Verfolgung Hana Abdis auch die "Kampagne für Gleichberechtigung" in Misskredit gebracht werden.
Ihre Mitstreiterin Ronak Safarzdeh, die einen Monat vor Hana Abdi verhaftet worden war, bleibt weiter im Gefängnis von Sanandaj inhaftiert und erwartet dort den Ausgang ihres Gerichtsverfahrens. Ihr wird ebenfalls "Feindschaft gegen Gott" (Mohareb) zur Last gelegt – ein schwerwiegender Vorwurf, der mit der Todesstrafe geahndet werden kann. Ihrem gemeinsamen Anwalt zufolge sind die "Geständnisse" der jungen Frauen unter Anwendung illegaler Methoden während der Einzelhaft in einer Einrichtung des Geheimdienstministeriums zustande gekommen. Daher könnten diese nicht als Beweise im Gerichtsprozess angeführt werden.