Aktuell 16. Dezember 2009

Amnesty International Filmpreis 2010: Interview mit Monika Lüke

Amnesty-Generalsekretärin Monika Lüke

Amnesty-Generalsekretärin Monika Lüke

Auf der Berlinale 2010 vegibt Amnesty International bereits zum 6. Mal den Amnesty International Filmpreis. Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, erklärt, welche Rolle der Preis für die Menschenrechtsarbeit spielt.

Warum verleiht Amnesty International den Amnesty-Filmpreis?

Der Amnesty Filmpreis zeichnet herausragende Filmproduktionen aus, die sich der Menschenrechtsthematik annehmen. Zugleich würdigt der Preis das zuweilen sogar lebensgefährliche Engagement von Filmemacherinnen und Filmemachern. Unabhängig von der Größe der Produktion und ihrer Beachtung in der Öffentlichkeit will der Amnesty Filmpreis seinen Beitrag dazu leisten, Filme zu fördern, die formale Qualität mit humanem Denken und sozialem Engagement verbinden. Der Amnesty-Filmpreis soll dazu beitragen, dass weiterhin solche Filme entstehen. Wir wollen Filmschaffende ermutigen, weiter zu erzählen, und das Publikum dazu bewegen, seine Augen nicht zu verschließen.

Wie können Filme zum Schutz der Menschenrechte beitragen?

Der Film ist als außerordentlich kraftvolles und universelles Medium in der Lage, das Thema Menschenrechte und andere wichtige globale Fragen zu veranschaulichen, die sonst oft als zu abstrakt empfunden werden. Filme können zur Überprüfung eigener Positionen und zur Wahrnehmung mitmenschlicher Verantwortung beitragen. Sie reflektieren die Vergangenheit, informieren über die Gegenwart, machen Probleme sichtbar, werfen Fragen auf und legen Zeugnis von sozialen und politischen Entwicklungen ab.

Was ist ihr wichtigster Menschenrechts-Film?

Ein Menschenrechtsfilm, der mir sehr am Herzen liegt, ist "Just a Kiss" von Ken Loach. In dem Film erzählt Loach ernsthaft und witzig zugleich den Konflikt zwischen der Wertschätzung des Individuums in der westlichen und der Bedeutung der Familie in der muslimischen Gesellschaft. Der Film von Ken Loach ist ein Plädoyer für Toleranz.

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