Verschwindenlassen

Tausende Personen werden derzeit in den staatlichen Hafteinrichtungen Syriens festgehalten

Tausende Personen werden derzeit in den staatlichen Hafteinrichtungen Syriens festgehalten

Es gibt Hinweise auf den Verbleib eines Studenten, der gemeinsam mit drei weiteren Männern am 11. August 2012 in Syrien festgenommen worden war. Adel Barazi wurde kürzlich im Militärgefängnis Saydnaya gesehen, wo er Gefahr läuft, gefoltert und anderweitig misshandelt zu werden. Der Aufenthaltsort der anderen drei Männer ist nach wie vor unbekannt.

Appell an:

STÄNDIGER VERTRETER DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
BEI DEN VEREINTEN NATIONEN
Bashar Ja'afari
Ambassador Extraordinary and Plenipotentiary
820 Second Avenue
15th Floor
New York
NY 10017
USA
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 1) 212 983 4439
E-Mail: exesec.syria@gmail.com

PRÄSIDENT
Bashar al-Assad
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410
(Sollte das Fax nicht ankommen, schicken Sie bitte eine E-Mail an die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an den Präsidenten)

VERTEIDIGUNGSMINISTER
General Fahd Jassem al-Freij
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 223 7842 oder (00 963) 11 666 2460
(Sollte das Fax nicht ankommen, schicken Sie bitte eine E-Mail an die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an den Verteidigungsminister)

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
Frau Lama Al Khani, Geschäftsträgerin a.i.
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de, press@syrianembassy.de oder secretary@syrianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. April 2016 keine Appelle mehr zu verschicken.

Sachlage

Einem nicht in Syrien lebenden Familienmitglied von Adel Barazi wurde Anfang 2016 von einem ehemaligen Gefängnisinsassen mitgeteilt, dass dieser vor seiner Entlassung Adel Barazi im Militärgefängnis Saydnaya nördlich von Damaskus gesehen habe. Seinen Angaben zufolge habe Adel Barazi „dünn und blass“ ausgesehen. Die Insassen des Militärgefängnisses Saydnaya dürfen in der Regel keinen Kontakt zu ihren Familien aufnehmen und haben keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Folter und andere Misshandlungen werden routinemäßig eingesetzt.

Der Tourismusstudent Adel Barazi wurde am 11. August 2012 festgenommen, als eine Gruppe uniformierter und bewaffneter Männer gegen Mitternacht seine Wohnung in Dummar al-Balad nordwestlich von Damaskus durchsuchte. Ebenfalls festgenommen wurden der Student Ismael Hammoudeh, ein Freund von Adel Barazi; Zaki Kordelo, der Schwager von Adel Barazi; sowie sein Neffe Mihyar Kordelo. Alle Männer wohnten im selben Gebäude. Die Gründe für ihre Festnahme wurden ihnen nicht mitgeteilt.

Nach der Festnahme der Männer kontaktierten ihre Familien einen Rechtsbeistand, wandten sich an das Justizministerium und baten auch den Minister für Aussöhnung um Informationen über den Verbleib der vier Männer. Sie konnten jedoch nichts über das Schicksal ihrer Angehörigen herausfinden. Ehemalige Insassen haben angegeben, Adel Barazi und Ismael Hammoudeh im September 2012 in einer Hafteinrichtung des Luftwaffengeheimdienstes in Damaskus gesehen zu haben. Zaki Kordelo und Mihyar Kordelo wurden Berichten zufolge in der Abteilung 215 des Militärgeheimdienstes gesichtet.

[SCHREIBEN SIE BITTE ]

FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bitte Sie eindringlich, Auskunft über den Verbleib von Adel Barazi, Ismael Hammoudeh, Zaki Kordelo und Mihyar Kordelo zu geben und sicherzustellen, dass die Männer unverzüglich Zugang zu ihren Familien, Rechtsbeiständen und jeder nötigen medizinischen Versorgung erhalten. Sorgen Sie zudem dafür, dass sie vor Folter und anderer Misshandlung geschützt werden.

  • Lassen Sie die vier Männer bitte frei, sofern sie nicht umgehend einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt und gemäß den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren vor Gericht gestellt werden.

[APPELLE AN]

STÄNDIGER VERTRETER DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
BEI DEN VEREINTEN NATIONEN
Bashar Ja'afari
Ambassador Extraordinary and Plenipotentiary
820 Second Avenue
15th Floor
New York
NY 10017
USA
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 1) 212 983 4439
E-Mail: exesec.syria@gmail.com

PRÄSIDENT
Bashar al-Assad
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410
(Sollte das Fax nicht ankommen, schicken Sie bitte eine E-Mail an die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an den Präsidenten)

VERTEIDIGUNGSMINISTER
General Fahd Jassem al-Freij
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 223 7842 oder (00 963) 11 666 2460
(Sollte das Fax nicht ankommen, schicken Sie bitte eine E-Mail an die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an den Verteidigungsminister)

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
Frau Lama Al Khani, Geschäftsträgerin a.i.
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de, press@syrianembassy.de oder secretary@syrianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. April 2016 keine Appelle mehr zu verschicken.

[HINTERGRUNDINFORMATIONEN ]

Zum Zeitpunkt seiner Festnahme befand sich Adel Barazi im letzten Studienjahr an der Tourismusfakultät der Universität Damaskus. Ismael Hammoudeh war vor seiner Festnahme an der Geologiefakultät der Universität Damaskus eingeschrieben. Die beiden Männer sind befreundet und stammen ursprünglich aus Salamiyya in der Nähe von Hama.

Ebenfalls festgenommen wurden der Schwager von Adel Barazi, Theaterproduzent Zaki Kordelo, und dessen Sohn Mihyar Kordelo, der am Theaterkunstinstitut in Damaskus studiert.

Laut eines Familienmitglieds von Adel Barazi waren die Männer offenbar nicht politisch aktiv.

Ehemalige Insassen des Militärgefängnisses Saydnaya haben Amnesty International berichtet, dort routinemäßig von Gefängniswärter_innen geschlagen worden zu sein und auch beobachtet zu haben, wie andere Inhaftierte zu Tode geprügelt wurden. Auch sollen Insassen wegen der schlechten Haftbedingungen gestorben sein. Ein Grund für diese Todesfälle sei gewesen, dass die Betroffenen nicht mit angemessener Kleidung für die kalten Temperaturen in dem Gefängnis ausgestattet worden waren.

Weitere Informationen zu Fällen des Verschwindenlassens in Syrien finden Sie in dem englischsprachigen Amnesty-Bericht ‘Between Prison and the grave’: Enforced disappearances in Syria, online unter: http://www.amnesty.org/en/documents/MDE24/2579/2015/en/.