Pressemitteilung Aktuell Vereinigte Staaten von Amerika 01. Oktober 2026

Gescheiterte Hinrichtung in Tennessee: Christa Pike überlebt zwei Giftspritzen

Porträtaufnahe von Christa Pike, die ernst in die Kamera blickt.

Christa Pike wurde 1996 im US-Bundesstaat Tennessee zum Tode verurteilt (Archivaufnahme vom Juli 2002).

Gestern sollte Christa Pike für einen Mord, den sie 1995 im Alter von 18 Jahren begangen hatte, im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden. Die Hinrichtung ist gescheitert. Pike befindet sich aktuell im Krankenhaus.

Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, sagt dazu:

"Der Fall von Christa Pike zeigt erneut, dass es keine humane Hinrichtungsmethode gibt und auch die Giftspritze eine grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafe darstellt. Die Todesstrafe muss überall abgeschafft werden. 

Der Fall von Christa Pike zeigt auch, dass die Todesstrafe von Willkür, Diskriminierung und Justizirrtümern begleitet wird. Neben Rassismus sind häufig soziale Faktoren entscheidend bei der Verhängung der Todesstrafe. Zudem sind es oft Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung oder einer psychischen Erkrankung, die zum Tode verurteilt werden. Christa Pikes Kindheit war von schwerem Missbrauch und Vernachlässigung geprägt. Gutachten stellten bei ihr unter anderem eine bipolare Störung, eine posttraumatische Belastungsstörung und eine seit der Geburt bestehende Schädigung des Frontallappens fest und bewerteten ihre traumatischen Kindheitserfahrungen als extrem. Staatliche Stellen gewährten ihr trotz Kenntnis ihrer Situation keinen ausreichenden Schutz. Vor Gericht wurde sie von ihren Pflichtverteidigern nicht angemessen vertreten. Sie legten fast keine der strafmildernden Belege für den erlebten Missbrauch oder dessen psychische Folgen vor." 

Amnesty International lehnt die Todesstrafe immer und unter allen Umständen ab. Weitere Informationen zur Todesstrafe gibt es auf www.amnesty.de/todesstrafe

Das Foto zeigt eine junge Frau. Sie hält ein Schild mit Amnesty-Logo vor sich. Auf dem Schild steht: "Todesstrafe abschaffen". Links neben ihr steht ein Gebäude. Rechts von ihr ist ein Gewässer.

Amnesty-Protestaktion in Berlin für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe (Archivaufnahme)

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