Gescheiterte Hinrichtung in Tennessee: Christa Pike überlebt zwei Giftspritzen
Christa Pike wurde 1996 im US-Bundesstaat Tennessee zum Tode verurteilt (Archivaufnahme vom Juli 2002).
© AP2002
Gestern sollte Christa Pike für einen Mord, den sie 1995 im Alter von 18 Jahren begangen hatte, im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden. Die Hinrichtung ist gescheitert. Pike befindet sich aktuell im Krankenhaus.
Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, sagt dazu:
"Der Fall von Christa Pike zeigt erneut, dass es keine humane Hinrichtungsmethode gibt und auch die Giftspritze eine grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafe darstellt. Die Todesstrafe muss überall abgeschafft werden.
Der Fall von Christa Pike zeigt auch, dass die Todesstrafe von Willkür, Diskriminierung und Justizirrtümern begleitet wird. Neben Rassismus sind häufig soziale Faktoren entscheidend bei der Verhängung der Todesstrafe. Zudem sind es oft Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung oder einer psychischen Erkrankung, die zum Tode verurteilt werden. Christa Pikes Kindheit war von schwerem Missbrauch und Vernachlässigung geprägt. Gutachten stellten bei ihr unter anderem eine bipolare Störung, eine posttraumatische Belastungsstörung und eine seit der Geburt bestehende Schädigung des Frontallappens fest und bewerteten ihre traumatischen Kindheitserfahrungen als extrem. Staatliche Stellen gewährten ihr trotz Kenntnis ihrer Situation keinen ausreichenden Schutz. Vor Gericht wurde sie von ihren Pflichtverteidigern nicht angemessen vertreten. Sie legten fast keine der strafmildernden Belege für den erlebten Missbrauch oder dessen psychische Folgen vor."
Amnesty International lehnt die Todesstrafe immer und unter allen Umständen ab. Weitere Informationen zur Todesstrafe gibt es auf www.amnesty.de/todesstrafe
Amnesty-Protestaktion in Berlin für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe (Archivaufnahme)
© Amnesty International, Foto: Jarek Godlewski