Amnesty-Bericht Nordkaukasus: Teufelskreis der Straflosigkeit durchbrechen
BERLIN, 20.06.2012 - Seit 2002 sind in Inguschetien über 200 Menschen von bewaffneten und maskierten Männern entführt worden. Für dieses Verschwindenlassen wurde nie ein Täter zur Rechenschaft gezogen. Amnesty International hat Menschenrechtsverletzungen wie rechtswidrige Hinrichtungen, Verschwindenlassen und Folter in der Region untersucht – die Ergebnisse sind in einem neuen Bericht von Amnesty International zu Gesetz- und Straflosigkeit im Nordkaukasus dokumentiert worden. Zwar fokussieren sich die Untersuchungen auf Inguschetien, aber die Ergebnisse und Empfehlungen beziehen sich auf die gesamte Region Nordkaukasus.
Peter Franck, Russland-Experte bei Amnesty International fordert Russland auf, die Straflosigkeit zu beenden und damit zur Sicherheit in der Region beizutragen: "Von der internationalen und nationalen Öffentlichkeit immer weniger wahrgenommen, dauern die schweren Menschenrechtsverletzungen im Nordkaukasus an. Am Beispiel Inguschetiens wird deutlich, dass selbst dort, wo die Führung der Republik sich der Zusammenarbeit mit Menschenrechtsorganisationen nicht von vornherein verschließt, schwere Menschenrechtsverletzungen praktisch straflos bleiben. Die russische Regierung ist aufgefordert, dieser Straflosigkeit ein Ende zu machen. Unabhängige Untersuchungen dürfen nicht allein dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vorbehalten bleiben."
Gerne stellen wir Ihnen den Bericht vorab zur Verfügung und vermitteln Interviews mit unserem Russland-Experten Peter Franck.