Aktuell Israel und besetzte Gebiete 22. November 2023

Vereinbarung zur Freilassung von Geiseln und Gefangenen muss zu dauerhaftem Waffenstillstand führen

Das Bild zeigt mehrere Menschen mit Protestplakaten

Amnesty-Protestaktion in der US-Hauptstadt Washington für einen Waffenstillstand zwischen allen am Israel/Gaza-Konflikt beteiligten Konfliktparteien (11. November 2023)

Die israelischen Streitkräfte und die Hamas sowie andere bewaffnete Gruppen haben sich laut Medienberichten auf eine viertägige humanitäre Waffenruhe geeinigt. Die Vereinbarung sieht die Freilassung von 50 Geiseln vor, die meisten von ihnen sind israelische Frauen und Kinder. Diese werden zurzeit noch immer im besetzten Gazastreifen festgehalten. Im Gegenzug sollen 150 palästinensische Gefangene aus israelischen Gefängnissen freigelassen werden, darunter viele Kinder.

Agnès Callamard, internationale Generalsekretärin von Amnesty International, kommentierte das Abkommen wie folgt:

"Die Nachricht, dass mindestens 50 Geiseln der Hamas und anderer bewaffneter Gruppen sowie 150 palästinensische Gefangene aus israelischen Gefängnissen freigelassen werden, ist eine Erleichterung für alle Betroffenen und ihre Familien. Es sind jedoch weitaus mehr Maßnahmen erforderlich, um das anhaltende Leid und die Ungerechtigkeit zu beenden.

Für die freigelassenen Geiseln hat die schreckliche Tortur zwar nun ein Ende, aber das Trauma wird noch lange nachwirken. Wir fordern erneut alle bewaffneten Gruppen auf, sofort alle anderen Zivilpersonen freizulassen, die weiterhin im Gazastreifen als Geiseln gehalten werden. Die Freilassung palästinensischer Gefangener darf keine Vorbedingung für die Freilassung von Geiseln sein. Geiselnahme ist ein Kriegsverbrechen. Diejenigen, die für die Entführungen von Zivilpersonen und für Freiheitsberaubung verantwortlich sind, müssen zur Rechenschaft gezogen werden.

Wir fordern die israelischen Behörden auf, alle unrechtmäßig inhaftierten Palästinenser*innen freizulassen, einschließlich derjenigen, die ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in Verwaltungshaft gehalten werden.  Unter denen, die freigelassen werden sollten, sind viele Kinder - das jüngste ist 14 Jahre alt. Viele der inhaftierten Kinder sind noch nicht verurteilt worden. Israel muss seiner Verpflichtung, willkürlich inhaftierte palästinensische Gefangene freizulassen, jederzeit nachkommen."

Der vollständige englische Text ist auf www.amnesty.org abrufbar.

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