Artikel Deutschland 21. Mai 2013

Gewinner des 8. Marler Medienpreises Gehen an Produktionen von ZDF, WDR, NDR und ARTE

Gebäudeeingang vor der Preisverleihung

Der 8. Marler Medienpreis Menschenrechte in der Kategorie Magazin/Inland geht an "Ausländer raus" (Panorama, NDR), in der Kategorie Magazin/Ausland an "Verdammt hoher Preis" (Monitor, WDR) und in der Kategorie Dokumentation/Inland an „Null Bock gibt´s hier nicht“ (Menschen hautnah, WDR). Ausgezeichnet werden auch die Dokumentation/Ausland "Blood in the Mobile" (WDR/Arte) sowie der Film „Kehrtwende“ (WDR).

Der Journalist Dirk Sager wird in diesem Jahr mit einem Ehrenpreis geehrt und der Film „Unter Verdacht – Die elegante Lösung“ (ZDF/Arte/3Sat) mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

„Auch in diesem Jahr müssen wir erfahren, dass die Arbeit als Journalist, Kameramann oder oder Autor in vielen Ländern der Erde gefährlich ist,“ sagt Rolf Opalka vom Medienpreis-Team. „Auf ausdrücklichen Wunsch der Redaktionen bleiben einige Mitarbeiter vor Ort ungenannt. Ihnen gilt an dieser Stelle unser besonderer Dank, weil sie uns trotz der hohen persönlichen Risiken mit Informationen versorgen und letztlich auch die Arbeit von Amnesty International mitermöglichen.“

Die Sieger im Einzelnen:

Ehrenpreis für den langjährigen Korrespondenten des ZDF, Dirk Sager

„Herr Sager hat während seiner aktiven Zeit als Korrespondent des ZDF in Moskau, als Mitglied des PEN und Buchautor, deutlich die Probleme herausgestellt, die die ‘gelenkten Demokratien‘ in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion verursachen. Er nennt die Verantwortlichen und zeigt die Folgen auf.“

Sonderpreis für „Unter Verdacht – Die Elegante Lösung“ (ZDF/Arte/3Sat)

Buch: Don Schubert, Redaktion: Elke Müller, Regie: Aelrun Goette, Produktion: Mario Krebs, Darsteller: Gerd Anthoff, Senta Berger, Sarah Masuch, Rudolf Krause

„Es werden nicht nur die Gefahren und Schwierigkeiten einer Flucht über das Mittelmeer gezeigt. Auch die Verwicklungen deutscher Polizeibehörden in das undurchsichtige, nicht greifbare System FRONTEX werden deutlich gemacht. Eines wird klar: Die Verantwortung wird auf unzählige Beteiligte verteilt und am Ende ist niemand verantwortlich.“

Preis in der Kategorie Magazin/Inland „Ausländer raus“ (Panorama, NDR)

Buch: Djamila Benkhelouf, Anna Orth, Anne Ruprecht, Redaktion: Jochen Becker, Maike Rudolph

„Mit ganz viel Ruhe gibt er die Stimmung wieder und lässt die Leute selbst sprechen. Er zeigt die Angst der Flüchtlinge und auch der Wolgaster Bürger und auch, dass daraus Kraft für Widerstand wachsen kann.“

Preis in der Kategorie Magazin/Ausland „Verdammt hoher Preis“ (Monitor, WDR)

Buch: Christian Brüser, Jochen Leufgens, Andreas Maus, Redaktion: Jochen Leufgens

„Der Beitrag beeindruckt durch gründliche Recherche, Interviews mit Betroffenen und die Darstellung der direkten Verbindung zwischen dem Angebot in der Einkaufsstraße und dem Schicksal der Sumangali-Frauen.“

Preis in der Kategorie Dokumentation/Inland für "Null Bock gibt’s hier nicht" (Menschen hautnah, WDR)

Buch: Brigitte Cappel, Claudia Wolters, Redaktion: Wilfried Prill

„Die ernste Thematik - Flucht, Asyl und Lebensplanung - wird mit Leichtigkeit vermittelt und die Erfolgsgeschichten der Jugendlichen machen Mut, weswegen dieser Film einen Preis erhält.“

Preis in der Kategorie Dokumentation/Ausland für "Blood in the Mobile“ (WDR/ ARTE)

Buch/Regie: Frank Piasecki Poulsen, Redaktion: Sabine Rollberg (WDR/ARTE), Barbara Schmitz (WDR)

“Eine Vielzahl von authentischen Gesprächen und Interviews mit Betroffenen an den verschiedenen Schauplätzen in Afrika und Europa, die dem Zuschauer einen direkten Einblick in die Problematik und die brutalen Auswirkungen eines gnadenlosen Wettbewerbs geben, führen zu der dringenden Forderung nach einer transparenten, sicheren und verantwortlichen Zuliefererkette. “

Preis in der Kategorie Film für "Kehrtwende" (WDR)

Buch: Johannes Rotter, Redaktion: Anke Krause, Götz Schmedes, Regie: Dror Zahavi, Produktion: Sonja Goslicki

„Der Beitrag wird ausgezeichnet, da "Kehrtwende" keine Anklage ist und weder Konflikte schürt, noch Gewalt als dramaturgisches Highlight missbraucht. Vielmehr vermittelt der Film, dass häusliche Gewalt in allen Schichten der Bevölkerung vorkommt und das man etwas dagegen tun muss und kann.“

Am diesjährigen Wettbewerb beteiligten sich 19 Sender, darunter auch erstmals das österreichische Fernsehen. Die Jury, die ausschließlich aus ehrenamtlichen Mitgliedern von Amnesty International besteht, hat mehr als 100 Fernsehbeiträge der Jahre 2011 und 2012 gesichtet und die besten Beiträge in den Sparten Magazin, Doku und Film benannt. Der Preisverleihung findet in Bochum statt.

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