Amnesty-Filmpreis-Gewinner "Seefeuer" ab 28. Juli in den Kinos
"l'IsolaBella" - die schöne Insel - steht auf einem Schild im Zentrum Lampedusas
© Amnesty International
13. Juli 2016 – Die italienische Insel Lampedusa liegt 138 Kilometer vor der tunesischen Küste und ist Ziel vieler von Afrika nach Europa flüchtender Menschen. Gianfranco Rosis Dokumentarfilm und Berlinale-Gewinner "Seefeuer" ("Fuocoammare") zeigt ein Jahr lang das Leben auf der Insel und die menschlichen Tragödien, die die Flüchtlinge auf ihrer Reise nach Europa durchleben müssen.
Die Überfahrt in überfüllten Schlauchbooten und seeuntüchtigen Kähnen ist lebensbedrohlich und forderte bisher tausende Opfer. Die Lage auf der kleinen Insel eskaliert ständig, da ihre Kapazitäten und die Unterstützung durch die EU-Mitgliedstaaten nicht ausreichen. Sie ist zum Symbol für das Leid der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer geworden.
Ein Jahr lang beobachtete der Regisseur Leben und Alltag auf Lampedusa. Im Mittelpunkt des Films stehen der 12-jährige Samuele und dessen Familie. Samuele hat Probleme in der Schule, sieht schlecht auf einem Auge, treibt sich mit einem Kumpel herum und übergibt sich, sobald er mit einem Boot fahren muss – und das als Spross einer Fischerfamilie. Alltägliches aus dem Leben eines ganz normalen Jungen.
Doch dann gibt es noch die andere Seite der Insel, auf der der Tod allgegenwärtig ist. Verstörende Funkwechsel zwischen sinkenden Booten und der Küstenwache, Tote und Schwerverletzte, die von den Booten getragen werden und dehydrierte, fast verhungerte Körper, die auf Beiboote gezogen werden. Es sind so viele, dass sie auf den Rettungsbooten kaum Platz finden. Doch Gianfranco Rosis Kamera will nicht schockieren, kommentieren oder gar einen voyeuristischen Blick füttern. Sie soll lediglich die Gegenwart sichtbar machen – das, was vor seinen Augen geschieht und das Unglück, für das "wir alle mitverantwortlich sind", wie Rosi sagt, greifbar machen.
"Mit seiner einzigartigen Mischung aus skurrilen, traurigen, komischen und bedrückenden Szenen vermittelt der Film 'Seefeuer' das Ausmaß der Tragödie, die die Flüchtlinge auf ihrer Reise nach Europa erleben", urteilten Meret Becker und Dani Levy von der Amnesty-Filmpreis-Jury 2016. Mit dieser Meinung waren sie nicht allein. "Seefeuer" ging nicht nur mit dem Amnesty-Preis, sondern auch mit dem Hauptpreis der Berlinale, dem Goldenen Bären, nach Hause.
Weitere Informationen zum Amnesty-Filmpreis zu finden Sie auf: www.amnesty.de/berlinale-2016