Aktuell 15. Juli 2016

Fast 500 Tote durch Boko-Haram-Angriffe im Laufe eines Jahres

Kamerun: Fast 500 Tote durch Boko-Haram-Angriffe im Laufe eines Jahres

Straße in Maroua im Norden Kameruns im Juli 2016.

30. Juni 2016 – Seitdem die bewaffnete Gruppe Boko Haram ihre Attacken in Kamerun wesentlich verstärkt und ganz bewusst die Zivilbevölkerung zur Zielscheibe von Selbstmordattentaten gemacht hat, sind mindestens 480 Zivilpersonen getötet worden, sagte Amnesty International heute.

Am Mittwochabend, den 29. Juni, wurden 6 Menschen getötet, als ein Junge in Djakana eine Bombe zündete. Djakana ist ein Ortsteil der Stadt Limani, die im Norden Kameruns an der Grenze zu Nigeria liegt. Der Attentäter starb auf der Stelle, 5 weitere Menschen wurden verwundet und starben später im Krankenhaus.

"Dieses schreckliche Selbstmordattentat ist nur das letzte in einer Reihe von bewaffneten Angriffen gegen die Zivilbevölkerung und zeigt einmal mehr die völlige Missachtung menschlichen Lebens durch Boko Haram und welche Bedrohung diese bewaffnete Gruppe in der Region Extrême-Nord in Kamerun und in der gesamten Region des Tschad-Sees darstellt", sagte Alioune Tine, Regional Direktor von Amnesty International für West- und Zentral Afrika.

"Die kamerunischen Sicherheitskräfte müssen alle legalen und notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor solchen Attacken ergreifen unter Beachtung der Menschenrechte. Die für Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen nach internationalem Recht verantwortlichen Personen müssen vor Gericht gestellt werden, in fairen Verfahren ohne Verhängung der Todesstrafe."

Von Juli 2015 bis Juli 2016 hat Boko Haram in der Region Extrême-Nord in Kamerun mindestens 200 Angriffe durchgeführt, darunter 40 Selbstmordattentate, die insgesamt mindestens 480 Menschen das Leben kosteten. Den ersten bewaffneten Überfall dieser Art in Kamerun beging Boko Haram am 12. Juli 2015 in der Ortschaft Fotokol und tötete 13 Zivilpersonen und 2 Soldaten.

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