Sri Lanka: Kriegsverbrechen müssen aufgearbeitet werden
Zivilisten eingekesselt zwischen Kilinochchi und Mullaitivu während des Bürgerkrieges in Sri Lanka.
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8. September 2011 - Tausende Zivilisten wurden vor zwei Jahren während der letzten Monate des Bürgerkriegs in Sri Lanka Opfer von Kriegsverbrechen, wie gezielte Angriffe auf Krankenhäuser, außergerichtliche Hinrichtungen und "Verschwindenlassen".
Die Aufarbeitung dieser Menschenrechtsverletzungen kann die vom srilankischen Präsidenten eingesetzte Versöhnungskommission (Lessons Learnt and Reconciliation Commission, LLRC) aufgrund ihrer schwerwiegenden Mängel nicht leisten. Zu diesem Schluss kommt Amnesty International in dem am 7. September veröffentlichen Bericht "When will they get justice? Failures of Sri Lanka’s Lessons Learnt and Reconciliation Commission."
Der Bericht weist auf das Versäumnis der LLRC hin, die Anschuldigungen wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die von beiden Seiten begangen wurden, angemessen zu untersuchen. Dabei handelt es sich um extralegale Hinrichtungen, "Verschwindenlassen", gezielte Angriffe auf Krankenhäuser und den Missbrauch von Zivilpersonen als menschliche Schutzschilde. Die srilankische Regierung habe die LLRC vielmehr als Feigenblatt genutzt, um eine unabhängige internationale Untersuchung zu verhindern.
"Angesichts dieses Berichts sollte sich auch die deutsche Regierung fragen, ob sie sich nicht aktiver für eine solche internationale Untersuchung einsetzen muss", sagt Hubert Lowis, Sri Lanka-Experte bei Amnesty International in Deutschland.
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Lesen Sie hierzu den vollständigen Bericht in englischer Sprache:
"When will they get justice? Failures of Sri Lanka’s Lessons Learnt and Reconciliation Commission" - Weitere Informationen zu Menschenrechtsverletzungen während der letzten Monate des Bürgerkrieges in Sri Lanka im Amnesty Jahresbericht 2010.