Aktuell 01. Februar 2011

Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland

Amnesty Jury auf der Berlinale 2011
Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland

Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland

Über Monika Lüke

1. Februar 2011 - Seit dem 1. Juli 2009 leitet Monika Lüke das Sekretariat der viertgrößten Amnesty-Sektion.

Ihre aktive Menschenrechtsarbeit begann während des Jurastudiums in Bonn. Die damals 21-jährige Studentin engagierte sich ehrenamtlich als Asylberaterin für Amnesty International. Nach einem Studienaufenthalt in Großbritannien und ihrer Promotion an der Berliner Humboldt-Universität arbeitete Monika Lüke ab 1999 für ein Forschungsinstitut in London. Zwei Jahre beriet sie als Projektleiterin unter anderem das britische Außenministerium bei der Umsetzung des Statuts für den Internationalen Strafgerichtshof. Es folgten fünf Jahre in Brüssel und Berlin. Als Politikberaterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) stritt Monika Lüke bis 2005 vor allem für die Rechte von Flüchtlingen und Migranten in der Europäischen Union (EU). Darauf folgte die Tätigkeit als Projektleiterin der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Kenia und Kambodscha. Die Juristin weiß:

"Die Diskussion um Menschenrechte ist falsch verstanden, wenn man sie nur als juristische Debatte sieht. Alle Menschen können sich für die Menschenrechte einsetzen, und zwar ganz gleich, welche Herkunft sie haben, welchen Job sie machen oder gerade verloren haben. Dafür steht Amnesty International als Bewegung, und dafür will ich mich einsetzen."

Monika Lüke im Gespräch

Frau Lüke, warum verleiht Amnesty International den Amnesty-Filmpreis?

Der Amnesty Filmpreis zeichnet herausragende Filmproduktionen aus, die sich der Menschenrechtsthematik annehmen. Zugleich würdigt der Preis das zuweilen sogar lebensgefährliche Engagement von Filmemacherinnen und Filmemachern. Unabhängig von der Größe der Produktion und ihrer Beachtung in der Öffentlichkeit will der Amnesty Filmpreis seinen Beitrag dazu leisten, Filme zu fördern, die formale Qualität mit humanem Denken und sozialem Engagement verbinden. Der Amnesty-Filmpreis soll dazu beitragen, dass weiterhin solche Filme entstehen. Wir wollen Filmschaffende ermutigen, weiter zu erzählen, und das Publikum dazu bewegen, seine Augen nicht zu verschließen.

Frau Lüke, wie können Filme zum Schutz der Menschenrechte beitragen?

Der Film ist als außerordentlich kraftvolles und universelles Medium in der Lage, das Thema Menschenrechte und andere wichtige globale Fragen zu veranschaulichen, die sonst oft als zu abstrakt empfunden werden. Filme können zur Überprüfung eigener Positionen und zur Wahrnehmung mitmenschlicher Verantwortung beitragen. Sie reflektieren die Vergangenheit, informieren über die Gegenwart, machen Probleme sichtbar, werfen Fragen auf und legen Zeugnis von sozialen und politischen Entwicklungen ab.

Was ist ihr wichtigster Menschenrechts-Film?

Ein Menschenrechtsfilm, der mir sehr am Herzen liegt, ist "Just a Kiss" von Ken Loach. In dem Film erzählt Loach ernsthaft und witzig zugleich den Konflikt zwischen der Wertschätzung des Individuums in der westlichen und der Bedeutung der Familie in der muslimischen Gesellschaft. Der Film von Ken Loach ist ein Plädoyer für Toleranz.

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