Aktuell China 15. Januar 2009

Frauenrechtsaktivistin Mao Hengfeng sofort frei lassen!

"Beamte von Schanghai, Sie sollten ihren Bürgern helfen. Hören Sie uns an! Wir wollen Demokratie, Freiheit und das Ende der Folter!", rief die chinesische Menschenrechtsaktivistin Mao Hengfeng bei ihrer Verhaftung am 12. Januar 2009. Inzwischen ist sie am 13. Januar 2009 in Shanghai zu sieben Tagen Gefängnis verurteilt worden.

"Mao Hengfeng wird willkürlich gefangen gehalten, weil sie ihr Recht wahrgenommen hat, friedlich zu protestieren. Sie muss sofort und bedingungslos freigelassen werden," sagt Sam Zarifi, Direktor des Asien-Programms von Amnesty International.

Am 12. Januar hat Mao Hengfeng zusammen mit rund einhundert weiteren Demonstranten auf dem Kongress "Municipal People’s Congress" versucht, das Thema der brutalen Vertreibung und andere Menschenrechtsverletzungen öffentlich zu machen. Daraufhin hat die Polizei Mao Hengfeng, ihre Tochter und weitere Demonstranten festgenommen und in ein unbekanntes Gefängnis gebracht. Gegen Mitternacht sind alle Demonstranten freigelassen worden – außer Mao Hengfeng.
Sie wird mit der Begründung "Erregung öffentlichen Ärgernisses" für 7 Tage festgehalten. Ihrer Familie zufolge hat die Polizei Mao Hengfeng keine Nahrung gegeben; sie sei offensichtlich geschlagen worden.

Zum Hintergrund:
Amnesty setzt sich seit Jahren für Mao Hengfeng ein, insbesondere mit Urgent Actions und der Kampagne "Gold für Menschenrechte" im Sommer 2008. Die chinesischen Behörden haben Mao Hengfeng im Zusammenhang mit ihren Aktivitäten für Frauenrechte seit 2004 immer wieder inhaftiert. Im Januar 2007 ist sie wegen "vorsätzlicher Sachbeschädigung" zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Mao Hengfeng ist während ihrer Haftzeit gefoltert worden. Dabei sind ihr Verletzungen zugefügt worden, die bei ihr Bluthochdruck, dauerhafte Schmerzzustände, eine Hautinfektion sowie chronische Bauchschmerzen ausgelöst haben. Mao Hengfeng ist am 29. November 2008 vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Seitdem steht sie unter ständiger Beobachtung der Behörden.

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