Morddrohungen

Ingrid Vergara

Ingrid Vergara

Appell an

PRÄSIDENT
Señor Juan Manuel Santos
Presidente de la República,
Palacio de Nariño, Carrera 8 No 7-26, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear President/ Excmo. Sr. Presidente)
Fax: (0057) 1 596 0631 (sagen Sie "Me da tono por favor")

INNEN- UND JUSTIZMINISTER
Señor Germán Vargas Lleras
Ministerio Del Interior y De Justicia
Carrera 9a. No. 14-10, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimado Sr. Ministro)
Fax: (0057) 1 599 8961

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSORGANISATION
MOVICE Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado
Calle 38 No 28 A 30, Barrio Bogotá, Sincelejo
KOLUMBIEN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
I. E. Frau Dr.
Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 12. Mai 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt um die Sicherheit von Cendy Torres, Ingrid Vergara und ihrer Familie. Bitte ergreifen Sie in genauer Absprache mit den Betroffenen wirksame Schutzmaßnahmen.

  • Ich fordere Sie höflich auf, umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der aktuellen Morddrohung und aller früherer Drohungen gegen Ingrid Vergara, ihre Tochter Cendy Torres und ihre KollegInnen einzuleiten. Veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Ich möchte Sie daran erinnern, Ihre Verpflichtungen gegenüber MenschenrechtsverteidigerInnen zu erfüllen, wie dies in der UN-Erklärung zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen von 1998 dargelegt ist.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern for the safety of Cendy Torres, Ingrid Vergara and their family and urging the authorities to guarantee their safety in strict accordance with their wishes;

  • Calling on the authorities to order a full and impartial investigation into all threat including previous death threats against Ingrid Vergara, her daughter Cendy Torres and her colleagues, publish the results and bring those responsible to justice;

  • Reminding them to fulfil their obligations regarding the situation of human rights defenders, as laid out in the 1998 UN Declaration on Human Rights Defenders.

Sachlage

Cendy Torres Vergara, Tochter der Menschenrechtsverteidigerin Ingrid Vergara erhielt über das Telefon Morddrohungen. Ihre Mutter gehört zu den führenden Mitgliedern der "Nationalen Bewegung für Opfer von staatlichen Verbrechen", MOVICE, im Departamento Sucre in Nordkolumbien.

Am 30. März befand sich Cendy Torres Vergara in der Schule in der Stadt Sincelejo im Departamento Sucre, als sie einen Anruf auf ihrem Mobiltelefon erhielt mit der Drohung, dass sie tödlich auf der Straße verunglücken würde.

Cendy Torres hat im Laufe der vergangenen Jahre mehrere Morddrohungen erhalten, vermutlich als Vergeltung für die Menschenrechtsarbeit ihrer Mutter. Ingrid Vergara arbeitet für die Zweigstelle der "Nationalen Bewegung für Opfer von staatlichen Verbrechen" (Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado - MOVICE) in Sucre. Sie kämpft gegen Straffreiheit bei von paramilitärischen Gruppen begangenen Menschenrechtsverletzungen, die oft mit Hilfe vom Militär und lokalen Politikern geschehen und für die Rückgabe von Land, das bei paramilitärischen Operationen gestohlen wurde. Am 1. Dezember 2010 verschafften sich bewaffnete Männer Zutritt zum Haus von Ingrid Vergara, bedrohten Cendy Torres sowohl verbal als auch körperlich und drohten ihr mit dem Tod. Die Männer verließen das Haus, nachdem sie die Festplatte aus einem Computer herausgerissen hatten, die Unterlagen zu Ingrid Vergaras Arbeit bezüglich Landrechtsfragen enthielt, darunter insbesondere Dokumente für eine öffentliche Versammlung, die zwei Tage später stattfinden sollte.

Am 10., 11. und 12. März 2011 hielt MOVICE ihre fünfte nationale Konferenz gegen Straffreiheit ab. Cendy Torres nahm an dieser Konferenz teil.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt um die Sicherheit von Cendy Torres, Ingrid Vergara und ihrer Familie. Bitte ergreifen Sie in genauer Absprache mit den Betroffenen wirksame Schutzmaßnahmen.

  • Ich fordere Sie höflich auf, umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der aktuellen Morddrohung und aller früherer Drohungen gegen Ingrid Vergara, ihre Tochter Cendy Torres und ihre KollegInnen einzuleiten. Veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Ich möchte Sie daran erinnern, Ihre Verpflichtungen gegenüber MenschenrechtsverteidigerInnen zu erfüllen, wie dies in der UN-Erklärung zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen von 1998 dargelegt ist.

[APPELLE AN]

PRÄSIDENT
Señor Juan Manuel Santos
Presidente de la República,
Palacio de Nariño, Carrera 8 No 7-26, Bogotá
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Fax: (0057) 1 596 0631 (sagen Sie "Me da tono por favor")

INNEN- UND JUSTIZMINISTER
Señor Germán Vargas Lleras
Ministerio Del Interior y De Justicia
Carrera 9a. No. 14-10, Bogotá
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(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimado Sr. Ministro)
Fax: (0057) 1 599 8961

KOPIEN AN
MENSCHENRECHTSORGANISATION
MOVICE Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado
Calle 38 No 28 A 30, Barrio Bogotá, Sincelejo
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BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
I. E. Frau Dr.
Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 12. Mai 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Am 23. März 2011 wurde Eder Verbel Rocha, Mitglied von MOVICE im Departamento Sucre, getötet. (siehe UA 94/2011). Am 18. Mai 2010 wurde Rogelio Martínez, einer der Leiter von MOVICE im Departamento Sucre, erschossen. Er engagierte sich für das Recht auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für Gemeinden, die in den vergangenen Jahren während Angriffen von Paramilitärs, die vom Militär gestützt wurden, vertrieben wurden.

Am 2. April 2008 hatten Unbekannte Cendy Torres mit dem Tod gedroht, vermutlich als Vergeltung für die Menschenrechtsarbeit ihrer Mutter. Am 26. Oktober 2009 erhielt Cendy Torres eine an Ingrid Vergara adressierte Morddrohung.

Am 12. Oktober 2010 entging Ingrid Vergara nur knapp einem Mordversuch auf dem Majagual-Platz in Sincelejo. Einer ihrer Personenschützer, der ihr im Rahmen eines Schutzprogramms des Innenministeriums zur Verfügung gestellt wird, bemerkte drei verdächtige Männer in der Nähe von Ingrid Vergara, die über die Abwesenheit ihres zweiten Personenschützers sprachen. Als sich ihr zwei weitere Männer auf einem Motorrad näherten, drängte der Personenschützer sie, den Platz so schnell wie möglich zu verlassen. Sie geht davon aus, dass sie möglicherweise vorhatten, sie zu töten. Am 20. November 2010 erhielt Ingrid Vergara einen Anruf auf ihrem Mobiltelefon. Der Anrufer sagte ihr "Misch’ dich nicht in Landfragen ein" und legt nach einer kurzen Pause auf.

MOVICE ist ein Zusammenschluss von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen und setzt sich für Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Kolumbiens anhaltendem bewaffneten Konflikt ein. Ingrid Vergara und ihre KollegInnen von MOVICE haben zahlreiche Fälle von Tötungen und "Verschwindenlassen" durch Sicherheitskräfte und paramilitärische Gruppen im Departamento Sucre dokumentiert und angeprangert.

Die kolumbianische Regierung hat einige Schutzmaßnahmen für Ingrid Vergara und Cendy Torres ergriffen, darunter die Bereitstellung von Personenschützern, einem Mobiltelefon und einem Fahrzeug. Ingrid Vergaras Mobilität ist offenbar dennoch eingeschränkt, da sie nur eine begrenzte Menge Benzin erhält.

AktivistInnen, die sich für die Rückgabe von gestohlenem Land engagieren, das vor allem von Paramilitärs im Laufe des Konflikts besetzt wurde, sind seit einigen Jahren besonders von Drohungen und Morden betroffen. Die meisten dieser Angriffe werden paramilitärischen Gruppierungen zugeschrieben. Auch Guerillagruppen nehmen MenschenrechtsverteidigerInnen und andere sozial engagierte Personen ins Visier, die sie als Bedrohung ihrer Interessen erachten. Obwohl die Regierung behauptet, dass die Paramilitärs in einem 2003 durch die Regierung initiierten Programm die Waffen niedergelegt haben, sind diese Gruppierungen weiterhin aktiv – manchmal gemeinsam mit den Sicherheitskräften oder mit deren Einverständnis – und begehen schwere Menschenrechtsverletzungen gegen MenschenrechtlerInnen und andere Angehörige der Zivilbevölkerung.