Freigelassen

Phyoe Aung und Lin Htet Naing

Phyoe Aung und Lin Htet Naing

Phyoe Phyoe Aung und Lin Htet Naing sind am 8. April aus der Haft entlassen worden. Zuvor hatten Gerichte alle gegen sie erhobenen Anklagen fallengelassen.

Sachlage

Phyoe Phyoe Aung, Generalsekretärin der Studierendenvereinigung All Burma Federation of Student Unions (ABFSU), und ihr Ehemann Lin Htet Naing, der ebenfalls Mitglied des Zentralvorstands der ABFSU ist, sind am 8. April aus der Haft entlassen worden. Zuvor hatten Gerichte alle gegen sie anhängigen Anklagen fallengelassen. Einen Tag vor ihrer Freilassung hatte die neue Regierung angekündigt, alle gewaltlosen politischen Gefangenen so schnell wie möglich freilassen zu wollen.

Phyoe Phyoe Aung war am 10. März 2015 in Letpadan im Verwaltungsbezirk (Region) Bago festgenommen worden, als die Polizei einen weitestgehend friedlichen Protestmarsch von Studierenden gegen das neue Nationale Bildungsgesetz gewaltsam auflöste. Die Studierenden sind der Ansicht, dass mit dem Gesetz die akademischen Freiheiten eingeschränkt werden. Gegen Phyoe Phyoe Aung und zahlreiche weitere Demonstrierende wurde im Zusammenhang mit dem Protestmarsch eine Reihe von Anklagen erhoben. Später erhob man gegen Phyoe Phyoe Aung in Verbindung mit friedlichen Demonstrationen, die zwischen November 2014 und März 2015 stattgefunden hatten, zudem in mehreren Punkten Anklage wegen Demonstrierens ohne Genehmigung. Ihr drohten 13 Jahre Haft.

Ihr Ehemann Lin Htet Naing wurde am 3. November 2015 festgenommen, nachdem er mehrere Monate untergetaucht war. Gegen ihn war eine Reihe politisch motivierter Anklagen wegen der Teilnahme an einer friedlichen Demonstration am 10. März 2015 in Rangun erhoben worden. Bei der Demonstration wurde gegen die gewaltsame Auflösung der studentischen Protestveranstaltung in Letpadan protestiert. Wie gegen Phyoe Phyoe Aung wurde auch gegen Lin Htet Naing Anklage wegen des Protestierens ohne Genehmigung bei verschiedenen Demonstrationen zwischen November 2014 und März 2015 erhoben. Ihm drohte eine Gefängnisstrafe von bis zu neun Jahren.

Phyoe Phyoe Aung und Lin Htet Naing hätten nie inhaftiert werden dürfen. Amnesty International wird sich auch weiterhin für die Freilassung aller gewaltlosen politischen Gefangenen in Myanmar einsetzen.

Es sind keine weiteren Aktionen des Eilaktionsnetzes erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.